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Kaiserstein 2003

weiter
Der Kaiserstein der Mehrener oder
Als der Rhein noch in den Himmel floss

 
Nimmer wird das Reich zerstört,
wenn ihr einig seid und treu.
 
Es war einmal vor fast 1000 Jahren, da stand in Koblenz eine riesige Maschine, die wie eine große
Düse den Rhein ansaugte und in den Himmel blies. Diese Maschine sah aus wie eine
überdimensionale Tuba mit einem Kickloch, auf dem die Röcheleisen saßen. Vom ersten
Schnüffelstück bis zum letzten Röcheleisen wurden die einzelnen Metallringe, die konisch
zusammenliefen, fortlaufend größer, um bis auf eine Höhe von ca. 300 Meter Pusterohr zu
kommen. Schon von Weitem war dieses wunderschöne Kunstwerk zu hören und zu sehen. Um 1250
nahmen die Mehrener diese Maschine, die den Rhein in den Himmel gepustet hat, mit. Dieses
zigeunerartige Volk, das aus dem Großraum der Kaparten stammt, ist im Gefolge einer alten
Gräfin bis in die Vulkaneifel gezogen und lebt heute noch.
Viele von uns sagen heute noch: Gewisse Dinge sind unbekannt, denen, die mit Gabeln essen. Und:
es ist schwer für einen leeren Sack, aufrecht zu stehen. Tja die Mehrener. Leute wie du und ich.
Im Verlaufe der letzten Jahrhunderte haben sich die Mehrener und Schalkenmehrener durch
ihre Nachkommen in der gesamten Eifel verbreitet. Namen wie Evenketten, Lenartz oder
Schüller. Menschen wie die Umbachs, die als Koleriker bekannt sind, Ottens, die
Rechthaberischen, Ewelenz, die Klauerten, Zimmermanns, der große Treffpunkt. Zu Stolz
braucht man ja nichts zu sagen. Dann gibt’s da noch die Häb. Also bei euch sieht’s ja aus wie bei
Häb´s! Der schlimmste Haushalt im Dorf. Der Bäcker hieß Frühauf und die größten
Geschäftsleute waren die Franzen. Dann gab es noch die Meiers, die schon immer im Wald zu
Hause waren. Und die schweigsamen Thielen, die irgendwann nach Immerath zogen und schon
immer gegenüber der obersten Quelle im Dorf wohnten. So, dass die Viehtränke nicht weit weg
war. Ihr Hausname war Haartdich (Hoartich). Haartdichs waren Selbstversorger. Wald und
Garten nur zur Selbstversorgung, pflegten ihre Streuobstwiesen und waren Eisenmänner.
Schmied, Bauer, Viehhändler und extreme Freigeister und dennoch, wenn´s so was schon gab,
Worker Holic´s. Weißt du keinen Rat, dann hol dein Pferd zum Neubeschlagen und fahr nach
Immerath. Diesen Satz wusste vor dem zweiten Weltkrieg jedes kleine Kind in der Eifel. Heute
sind die Eisenthielen von Immerath ausgestorben. So wie die Bewohner von Allscheid und
Weinfeld.
Um 1250 siedelten sich die Neuankömmlinge in Schalkenmehren am Maar und in Mehren an, das
damals am Ferkelsweg, der von der Mosel über Mehren und Nürburg nach Köln ging, lag, wo sie
große Teile der Maschine versteckt haben. Es war ein friedvolles und idyllisches Leben. Mehren,
das aus zwei Dörfern bestand, wuchs und gedieh über 5 Generationen. Doch da waren auch noch
die Ewelenz , die Diebe und Lügner, die sich als Tagelöhner durchschlugen und irgendwie
schafften sie es, einen riesengroßen Streit zwischen den Stolz vom Mehrener Maar und den
Umbach´, die schon immer Fuhrwerker und Pferdezüchter waren, zu entzünden. Es wurde ein
Streit ums Hab und Gut und die Umbach´s zogen alle nach Mehren und die Stolz erhielten ihr
Schalkenmehren. Doch wie das Leben so spielt, dauerte es nicht lange, bis dass die extremen
Feinde den Verursacher des Streits herausgefunden hatten und so wurden die Ewelenz
hochkantig aus der Dorfgemeinschaft rausgeschmissen. Ewelenz und ihre gesamten Kumpanen
gründeten kurz vor Steiningen den Ort Allscheid. Die Kesselflicker und Scherenschleifer,
eigentlich das ganze Diebesgesindel der Eifel, wohnten in Allscheid. Nach 1847 hatten alle
Allscheider nur noch einen Gedanken: „Amerika“ – die neue Welt und so sammelten und klauten
Alle, die gesamte Gemeinde von Allscheid, um gemeinsam nach Amerika umzusiedeln. Es wurde
 
gebettelt, gestohlen und gehandelt, was das Zeug hielt. Um 1880 wurde eine Schiffspassage für
alle Einwohner erworben, worauf die Allscheider über Nacht nach Amerika aufbrachen.
Sie sind nie dort angekommen, denn das Schiff ging unter. Wir, die Mehrener haben nie mehr
was von den Ewelenz gehört.
Um die Wind-und Wetterturbine zu starten, braucht man einen riesengroßen Kran oder
ähnliches Hebewerkzeug, ein Schiefersteinblättchen groß wie ein Fünfmarkstück, ca. 30 große
Zehennägel, eine Wagenladung trockenes Gras, ca. 1000 Meter daumendickes Hanfseil, einen
Bunsenbrenner und ein Wasserloch. Den oberen Teil der Maschinenringe muss man an den dafür
vorgesehenen Griffen, die ähnlich wie Topfgriffe aussehen, mit dem Hanfseil locker
zusammenbinden, so dass dieser obere Teil der Maschine wie an einer Perlenschnur hochgehoben
werden kann. Jetzt befüllt man den unteren Teil der Maschine mit der Wagenladung Gras. Bevor
man jetzt die Maschine mit dem Bunsenbrenner erhitzt, müssen die unteren Spannungsrisse mit
den Zehennägeln abgedichtet werden. Diese Spannungsrisse sind bautechnisch erwünscht,
müssen jedoch zum Anlassen verschlossen werden. Sobald das Gras zu glühen anfängt, muss man
mit dem Steinblättchen das Mundstück verschließen. Die Luftzufuhr wird so blockiert. Sobald
das Gras verbrannt und verdampft ist ,wird der obere Teil der Maschine leicht angehoben, um im
nächsten Moment das Schiefersteinblättchen zu entfernen. Jetzt zieht die Maschine
Sauerstoff und kann mit einer ausgeklopften Pfeife gestartet werden. Doch Vorsicht vor dem
Knall, an dem man das Hochschalten der Maschine erkennen kann. Sollte die Maschine wieder
erwarten nicht starten, so setze man eine selber gedrehten Joint auf, nachdem man das
Steinblättchen entfernt hat, um die Prozedur des Startvorganges nicht wiederholen zu müssen.
Beim Starten mit einem Joint erfolgt am Ende ein Funkenflug, der die Maschine sicher startet.
Nach der ersten Explosion muss man das Steinblättchen zum Drosseln wieder aufsetzen. Es
bekommt im Laufe des Startvorgangs die Wirkung eines Flatterventils und muss deshalb
losgelassen werden. Wenn die Maschine hochläuft, werden die verstopften Spannungsrisse
freigebrannt. Der Anschluss von Wasser darf erst nach dem Auswurf des Brandgutes erfolgen.
Dieser zeichnet sich durch eine laute Explosion aus. Hierauf muss unverzüglich das Wasserventil
geöffnet werden, dieses Wasserventil kann nach dem vollständigen Startvorgang wieder
geschlossen werden. So, dass die Maschine als Windmaschine arbeiten kann. Das Wichtigste am
Startvorgang ist der Zeitpunkt, an dem man die oberen Ringe hochheben und später wieder
loslassen muss. Wer diesen Zeitpunkt verpasst, der muss die Maschine einen längeren Zeitraum
trocknen lassen, wegen des Rückschlags. Ein guter Heizer lässt die Maschine langsam
hochfahren, damit die Explosionen gedämpfter werden. Hierfür ist es nötig, das Drosselloch mit
dem Finger zu steuern. Beim U – Bahnbau in Köln wurde auch ein Spreder gefunden. Zuletzt habe
ich die Maschine gehört, da lief sie wie ein alter 5 Zylinder Diesel mit 2000 Touren. Waren wohl
zu wenig Ringe, aber es sollte ja nur ein glatter, kalter Aprilscherz werden!!!
Wenn man auf das Mundstück ein C – Rohr von der Feuerwehr aufsetzt, kann es sein, dass es
schneit, wenn es nicht gerade über 25 C° warm ist. Nimmt man die Wasserversorgung weg und
setzt den Spreder auf das Mundstück, lässt sich die Windrichtung bzw. die Himmelsrichtung
aussteuern. Ohne Spreder geht die Maschine wieder aus. Sobald man die Wasserzufuhr stoppt,
leitet man den Ausschaltvorgang der Windmaschine ein. Wäre jemals das Wasser im Rhein
ausgegangen, so wäre die Maschine zwangsläufig nach dem Windbetrieb von selbst ausgegangen.
Das Perpetoum Mobile wäre stehen geblieben. Beim Bau der Erdgaspipeline von der Nordsee nach
Italien über die Eifel durch den Hunsrück, hat mein Vater, der als Baggerfahrer tätig war, in
einer der tiefsten Schluchten unter einem Fischweiher neben einer Fichtenschonung, einen der
größeren Ringe gefunden. Und wie das so bei den Jungs vom Bau ist, hat das ein Wochenende
gedauert, bis die Lieferung erfolgt ist – still, heimlich und leise. Bis heute weiß von uns keiner,
wie der dort hingekommen ist. Wenn man die Maschine mit Feuerwasser betreibt, explodiert sie
und glüht aus. So hat sie einer von den Eisen – Thielen, die später in Immerath gewohnt haben, im
 
12. Jahrhundert ausgemacht.
Das Machtmonopol über die Maschine liegt seit jener Zeit bei unseren Frauen.
 

Woher kommt die Nibelungensage ???
 
Ick hört in alden Mähren
Wünders viel geseit
Von Helden Loorebeeren
Von großer Arebeit ....
 
Vor ungefähr 1000 Jahren
 
Im Jahre 800 bis 1200 nach Chr. lebte einmal ein Mann, den man Wladimir den Pfähler nannte.
Wladimir war ein großer, attraktiver, mutiger Mann, mit gutem Benehmen und von hoher
Herkunft. Er hatte alles, was er brauchte. Geld, Intelligenz, ein Schloss in dem er lebte, viele
Ländereien und den Glauben an den einen, wahren Gott. Und für diesen Gott zog er ins Feld und
verteidigte die Grenzen seines Königreiches gegen den Islam. Er zog in die Kriege und kämpfte
für seinen Gott und wollte dem Teufel widerstehen. Er kämpfte viele Schlachten und gewann sie
alle. Er herrschte über ein Land von der Donau bis zum Bosporus und war hochverehrt bis über
alle Grenzen hinaus. Doch irgendwann wurde er des Kämpfens müde und fragte nach dem Sinn.
Und so ließ er sie kommen – die Seher und Heiler, die Gelehrten und Astronomen, um zu fragen
nach dem Sinn des ewigen Kampfes. Da müsste doch noch mehr sein im Leben, als das ewige
Baden im Blut. Eines Tages, Wladimir saß in seinem Schloss vor dem Brunnen im Vorhof, dachte
er sich: Eines fehlt mir noch. Ich brauche eine Frau, die ich von ganzem Herzen lieben werde.
Wie sollte er diese Frau nur finden? Er wusste, es gab sie, diese schöne Prinzessin von der er
träumte. Fest entschlossen brach er auf, um seine große und einzige Liebe zu suchen. So ritt er
nun lange durchs Land und begegnete vielen hübschen Mädchen. Seine Traumfrau jedoch traf er
nicht. Wo war sie nur? Sollte er aufgeben und erfolglos nach Hause reiten? Niemals! Wladimir
würde nicht aufgeben. Morgen würde er weitersuchen. Er machte sich ein Lagerfeuer und bevor
er sich zum Schlafen hinlegte betete er: Oh Gott, bitte zeige mir, wo ich meine Liebste finden
kann. So schlief er ein. In dieser Nacht hatte Wladimir einen Traum. Er träumte von einer
wunderschönen Frau mit einem strahlend hellen Lächeln. Sie war gekleidet in ein weißes, langes
Brautkleid, mit einem langen Schleier. Auf einem Hügel stehend, winkte sie ihm zu und sprach mit
leiser, sanfter Stimme: „Wladimir, um mich zu finden, musst du dich an der Sonne orientieren.“
Geh der Sonne nach und lass dich führen. Am nächsten Morgen wachte er auf und wusste, dass
er seine Prinzessin bald finden würde. Er war glücklich. Auf seinem Weg, immer der Sonne nach,
kam er an einen kleinen Waldsee. „Hier mache ich Rast,“ dachte er und stieg von seinem großen,
weißen Pferd, um sich ein wenig zu erfrischen tauchte er den Kopf ein wenig in den See, der
umrandet von Bäumen und Hügeln still da lag. Das tat gut. Wladimir schloss die Augen. Lange lag
er da mit geschlossenen Augen bis er von einem Geräusch ganz in der Nähe aufgeschreckt wurde.
„Was war das? Ein wildes Tier?“ Laut rief er: „Ist da jemand?“ „Hilfe“, drang es vom Hügel auf
der gegenüberliegenden Seite des Sees.
Ohne zu zögern sprang Wladimir auf und eilte in Richtung des Hilfeschreis. Er rannte durch den
Wald und traute seinen Augen kaum. Da lag sie. Sie war schöner und liebevoller als in seinen
kühnsten Träumen. Er hatte sie gefunden, seine Prinzessin. Auf dem Weg an den See war sie
hingefallen und konnte nicht mehr aufstehen, weil sie sich am Fuß verletzt hatte. Wladimir ging
langsam auf sie zu, nahm sie und trug sie zu seinem Pferd. Auch die Prinzessin, ihr Name war Eva,
war von Wladimir überwältigt. So brachte nun Wladimir die verletzte Prinzessin auf sein Schloss.
Das ganze Gesindel und der ganze Hofstaat der Schwiegermutter zogen ins Schloss ein und
suchten nach Heilung für die Prinzessin. Seher, Heiler, Gelehrte und Astronomen, das gesamte
fahrende Volk eilte zur Hilfe.
 
Der jetzt folgende Text eignet sich hervorragend für eine Theateraufführung. Er ist gedacht
für Kinder unter 10 Jahren und kann wunderbar als Puppen - oder Marionettenspiel verwendet
werden. Angedacht zur Aufführung sind drei Spielflächen. Das Schlafzimmer, der Thronsaal und
die Spielfläche des Hofschmiedes.
 
Der Spieltext:
 
Im Schlafzimmer der Prinzessin. Die Prinzessin liegt im Bett. Der königliche Leibarzt misst ihr
die Temperatur, fühlt den Puls, lässt sich die Zunge zeigen.
 
Leibarzt: Ja, meine gnädigste Prinzessin, es ist wie ich bereits gesagt habe, ihr seid

gelähmt und müsst nun das Bett hüten.
 
König tritt eilig auf: Mein Kind, mein liebes, liebes Kind! Was höre
ich da? Du bist krank? Ich habe sofort die
Ministerratssitzung aufgelöst und Staatstrauer
angeordnet. Mein Gott, Doktor, was fehlt der
erlauchtigsten Prinzessin?
 
Leibarzt: Nun ja Majestät, die Prinzessin hat sich den Rücken gestoßen als sie vom
Pferd fiel und ist deshalb gelähmt. Es ist auch der hochwohlgeborene
Kreislauf in Mitleidenschaft gezogen.
 
König: Ach mein Kind! Mein armes, armes Kind! Ich will dir alles geben, was dein
Herz nur wünschen kann: Gibt es etwas, was dein Herz begehrt?
 
Prinzessin: Ja, ich möchte gerne den Mond haben. Wenn ich den Mond habe, werde

ich wieder gesund.
 
König begibt sich in den Thronsaal. Die Gruppe im Schlafzimmer
friert ein, oder der Vorhang geht dort zu und im Thronsaal auf. König, auf dem Thron sitzend,
läutet mit einer Klingel dreimal lang und einmal kurz. Der Oberhofmarschall tritt auf und
verneigt sich still.
 
König: Ich wünsche, dass du der Prinzessin Eva den Mond verschaffst. Wenn sie
den Mond bekommt, wird sie wieder gesund. Besorge ihn noch heute
Abend, aber allerspätestens morgen.
 
Der Oberhofmarschall wischt sich den Schweiß mit einem Taschentuch von der Stirn ab und
schnäuzt sich vernehmlich die Nase.
 
Hofmarschall: Eure Majestät! Ich habe seit ich Euch diene, eine Menge für Euch
besorgt. Es trifft sich zufällig, dass ich eine Liste davon bei mir habe.
 
Er zieht eine lange Pergamentrolle aus der Tasche!
Lasst mich sehen!
 
Er sieht mit gerunzelter Stirn in die Liste und liest:
Ich habe Euch Elfenbein, Affen und Pfauen verschafft; Rubine, Opale und
Smaragde; schwarze Orchideen; rosafarbene Elefanten und blaue Pudel;
Federn von Engelsflügeln; Weihrauch, Ambra und Myrrhen; ein Pfund
Butter, zwei Dutzend Eier; ein Sack Zucker... er erschrickt... Verzeihung,
das Letzte hat meine Frau geschrieben, ich soll es ihr besorgen...
 
König: Das macht nichts. Was ich jetzt brauche , ist der Mond.
 
Hofmarschall: Der Mond kommt leider nicht in Frage. Er ist 35.000 Meilen entfernt und
größer als das Schlafzimmer der Prinzessin. Außerdem ist er aus
geschmolzenem Kupfer gemacht. Ich kann ihn Euch nicht beischaffen,
Majestät. Blaue Pudel – jawohl! Der Mond – nein!
 
Der König gerät in Wut.
 
König: Hinweg mit dir, du unbrauchbarer Hofmarschall! Der königliche Zauberer
soll kommen!
 
Hofmarschall ab, Zauberer tritt auf. Er ist klein und schmächtig, trägt ein Köfferchen, einen
hohen, roten, spitzen Hut, der mit Silbersternen besetzt ist, und einen
dunklen Umhang, der mit goldenen Eulen bestickt ist.
 
König: Zauberer! Ich brauche für die Prinzessin den Mond! Und ich erwarte von
dir, dass du ihn beschaffen kannst.
 
Zauberer: erschrickt Ich habe in meiner Amtszeit eine ganze Menge für Euch gezaubert,
Majestät! Zufällig habe ich in meinem Koffer – er öffnet den Koffer –
eine Liste von all den Zaubereien, die ich für Euch ausgeführt habe. Lasst
mich sehen. – er liest ab –
Ich habe für Euch Blut aus Steckrüben gequetscht und Steckrüben aus
Blut. Ich habe Kaninchen aus Zylindern gezaubert und Zylinderhüte aus
Kaninchen. Ich habe aus nichts Blumen, Tamburine und Tauben gezaubert
und dann wieder nichts aus Blumen, Tamburinen und Tauben. Ich habe
Euch Wünschelruten, Zauberstäbe und Kristallkugeln verschafft, um darin
die Zukunft zu schauen. Ich habe Euch meine Spezialmischung aus
Nachtschatten, Eisenhüt und Adlertränen angefertigt, um Hexen,
Dämonen und Spukgeister der Nacht abzuwehren. Ich versah Euch mit
Siebenmeilenstiefeln und mit einer Tarnkappe.
 
König: Die Tarnkappe funktioniert aber nicht. Ich bin damit genau wie vorher
überall angestoßen.
 
Zauberer: Von einer Tarnkappe kann man nur erwarten, dass sie Euch unsichtbar
macht. Sie lässt aber nicht die Dinge verschwinden. Daher stößt man sich
bei ihnen an, wenn man nicht aufpasst.
 
Er sieht wieder in seine Liste:
Ich brachte Euch Waldhorn aus dem Elfenreich, Sand vom Sandmann und
Gold vom Regenbogen. Ferner ein Knäuel Zwirn, ein Nadelbuch, ein Pfund
Bienenwachs – Verzeihung, diese letzten Eintragungen schrieb meine Frau
ein, damit ich sie ihr besorge.
 
König: Was ich jetzt wünsche ist allein der Mond. Die Prinzessin wünscht ihn.
Und wenn sie ihn bekommt, wird sie wieder gesund.
 
Zauberer: Den Mond kann niemand bekommen. Er ist 150.000 Meilen entfernt und
aus grünem Käse gemacht. Außerdem ist er zweimal so groß wie Euer
ganzer Palast.
 
König: zornig Hinweg mit dir, du Nichtskönner! Hinweg in deine Zauberhöhle. – laut
schreiend – Mein Hofmathematiker, wo ist mein Hofmathematiker?
 
Zauberer ab, Mathematiker tritt auf: kurzsichtig, Federhalter hinterm Ohr, Rechenmaschine in
der Hand.
 
König: Ich will keine lange Liste vorgelesen bekommen von allem, was du seit 927
für mich errechnet hast. Ich will von dir auf der Stelle wissen, wie man
für die Prinzessin den Mond beschaffen kann.
 
Mathematiker: Ich freue mich ja so, Majestät, dass Ihr an all das denkt, was ich für
Euch seit 927 ausgerechnet habe. Rein zufällig habe ich eine Liste davon
bei mir.
 
Zieht die Liste hervor und liest:
Ich habe Euch die Entfernung zwischen Tag und Nacht, sowie A und Z
errechnet. Ich habe überschlagen, wie hoch Aufwärts liegt, und wie lang
es dauert, um nach Hinweg zu kommen, und was aus der Vergangenheit
wird. Ich habe die Länge der Seeschlange von Loch Ness festgestellt, den
Wert des Unschätzbaren abgeschätzt und das Quadrat des Nilpferdes
errechnet. Ich weiß, wie viel Ich’s Ihr haben müsst, um ein Wir zu sein,
und ich weiß, wie viele Vögel Ihr mit dem Salz des Ozeans fangen könnt.
Nebenbei: 187 796 132, wenn es Euch interessieren sollte.
 
König: So viele Vögel gibt es ja gar nicht. Und überhaupt: Was ich brauche ist
der Mond.
 
Mathematiker: Der Mond ist 300.000 Meilen entfernt. Er besteht aus Mondgestein undist größer als Euer Königreich. Überdies kann
 
er seine festgelegte Bahn
um die Erde nicht verlassen. Den Mond kann niemand herunterholen. Man
kann höchstens zu ihm hinfliegen.
 
König: ganz wütend Ihr unfähigen Mathematiker und Wissenschaftler. Wozu lässt man euch
studieren, wenn ihr dann sowieso nichts zuwege bringt, was man brauchen
würde. Hinweg aus meinen Augen! Wo ist mein Hofnarr? Weniger als du
kann er gar nicht wissen!
 
Mathematiker ab, Hoffnarr Sigfried tritt auf. Er kommt lustig angesprungen, Glöckchen an
Kappe, Armen und Beinen klingeln. Setzt sich zu Füßen des Königs hin.
Hofnarr: Was kann ich für Euch tun, Majestät?
König: Die Prinzessin Eva möchte den Mond haben. Sie kann nicht wieder gesund
werden, ehe sie ihn bekommt. Aber niemand kann ihn holen. Jedes Mal,
wenn ich jemanden um den Mond bitte, wird er größer und entfernter. Du
kannst nichts für mich tun. Höchstens auf deiner Laute spielen; aber bitte
etwas Trauriges!
 
Hofnarr: Wie weit, sagen Sie, ist der Mond entfernt? Und wie groß ist er?
 
König: Der Oberhofmarschall hat behauptet 35.000 Meilen und er sei größer als
das Zimmer der Prinzessin. Der königliche Zauberer sagt, er sei 150.000
Meilen entfernt und zweimal so groß wie der Palast. Der königliche
Mathematiker sagt, er sei 300.000 Meilen entfernt und größer als das
ganze Königreich.
 
Hofnarr: zupft eine wenig an seiner Laute.
Sie sind alle drei Gelehrte und es ist klar, dass alle Drei Recht haben.
Wenn alle Drei Recht haben, muss der Mond genauso groß sein und soweit
entfernt sein, wie jeder denkt. Man braucht also bloß die Prinzessin zu
fragen, was sie denkt, wie groß der Mond ist.
 
König: Daran hätte ich nie gedacht.
Hofnarr: Ich will zu ihr gehen und sie fragen, Majestät.
Vorhang zu, Vorhang zum Schlafgemach auf.
Prinzessin: klatscht in die Hände, als sie den Hofnarren erblickt
 
Fein, dass du mich besuchst. Hast du mir den Mond mitgebracht?
Hofnarr: Noch nicht. Aber ich bin gerade dabei, ihn dir zu holen. Was denkst du,
wie groß er wohl sein könnte?
Prinzessin: Er ist ein bisschen kleiner als mein Daumennagel. Denn, wenn ich meinen
 
Daumennagel gegen den Mond halte, deckt er ihn gerade zu.
Hofnarr: Und wie weit ist er entfernt?
Prinzessin: Er hängt nicht ganz so hoch, wie der dicke Baum vor meinem Fenster hoch
ist. Manchmal bleibt er in seinen höchsten Zweigen hängen.
Hofnarr: Ich will noch heute auf den Baum klettern und dir den Mond
herunterholen, wenn er an den oberen Zweigen hängt.
Prinzessin: klatscht in die Hände
 
Fein! Hurra!
Hofnarr: Woraus ist eigentlich der Mond gemacht, Prinzessin?
Prinzessin: Aus Gold natürlich, du Dummkopf.
Hofnarr: Ihr seid sehr klug, Prinzessin. Ich will mich nun beeilen und eine lange
Leiter besorgen, um Euch damit den Goldenen Mond holen zu können.
Vorhang zu. Vorhang der Goldschmiedewerkstatt auf.
 
Goldschmied: Ja, Eure Bestellung ist fertig. Was ist das eigentlich, was ich da machen
musste?
 
Hofnarr: Ihr habt den Mond gemacht. Das ist der Mond!
Goldschmied: Aber der Mond ist 500.000 Meilen entfernt, aus Bronze und rund wie eine
Kugel.
Hofnarr: Das denkst du!
Vorhang zu, Vorhang zum Thronsaal auf: König, Zauberer, Mathematiker und Hofnarr sind
versammelt.
König: Ach wie bin ich froh, dass die Prinzessin wieder gesund ist. Sie trägt die
 
kleine Scheibe an ihrer Halskette und denkt, es sei der Mond. Wir müssen
also verhindern, dass sie heute Abend den richtigen Mond zu sehen
bekommt. Denkt euch etwas aus!
 
Hofmarschall: Wir können für die Prinzessin eine schwarze Brille bestellen.
König: unwillig Wenn sie eine schwarze Brille trägt, wird sie überall anstoßen und wieder
krank werden.
 
Mathematiker: schreitet im Kreis herum, dann im Viereck, dann steht er still
Ich hab´s. Wir können jede Nacht im Garten ein Feuerwerk abbrennen.
Wir wollen eine Menge Leuchtraketen in den Himmel schicken und
Wasserfälle aus Gold machen. Alles ist so taghell erleuchtet, dass die
Prinzessin den Mond nicht sehen kann.
 
König: wütend Was für ein Unsinn! Das Feuerwerk würde die Prinzessin am Einschlafen
hindern und sie würde wieder krank werden.
 
Zauberer: zeichnet allerlei Zeichen in die Luft
Hängen wir schwarze Samtvorhänge auf! Überdachen wir so den Garten
und den Palast wie ein Zirkuszelt.
 
König: macht vor Wut einen Luftsprung
Schwarze Vorhänge halten die frische Luft ab und die Prinzessin würde
wieder krank. Ach was ihr Dummköpfe, geht mir aus den Augen. Hofnarr,
spiel mir ein ganz trauriges Lied!
 
Hofnarr spielt. Die anderen gehen.
 
Hofnarr: Wenn eure Gelehrten den Mond nicht verstecken können, dann kann man
den Mond nicht verstecken. Aber wer wusste wie man den Mond
bekommen kann? Das war Prinzessin Eva. Daher ist die Prinzessin klüger
als Eure Gelehrten und weiß vom Mond mehr als sie. Also will ich die
Prinzessin fragen.
 
Vorhangwechsel: Schlafgemach der Prinzessin. Prinzessin schon im Bett, aber noch wach. Sie
schaut mal zum Fenster hinaus, dann wieder in ihre Hand, in der sie den kleinen Mond hält.
Prinzessin: Grüß dich, Hofnarr! Schön, dass du kommst. Schau den schönen Mond am
Himmel an.
Hofnarr: Sag mir, Prinzessin. Wie kann der Mond am Himmel scheinen, wenn er doch
gleichzeitig um deinen Hals an einer Kette hängt.
 
Prinzessin: Das ist nicht schwer, du Dummkopf. Wenn ich einen Zahn verloren habe,
wächst ein Neuer nach. Nicht wahr? Und wenn der Gärtner im Garten
Blumen schneidet, blühen andere Blumen an ihrer Stelle auf.
 
Hofnarr: Daran hätte ich selber denken können. Das ist ja die selbe Geschichte wie
mit dem Tageslicht.
 
Prinzessin: Und mit dem Mond ist es auch die selbe Geschichte.
Legt sich auf´s Kissen und spricht, nur mehr murmelnd, weiter:
Die selbe Geschichte.
Schläft ein.
 
Hoffnarr: zum Publikum
 
Pst! Das Prinzesschen hat Recht: Es ist mit allem die selbe Geschichte.
Auf Zehenspitzen ab. Vorhang zu.
Als die Prinzessin wieder gesund war, hielt der König Wladimir um
ihre Hand an. Die Hochzeit wurde tagelang, sogar wochenlang
gefeiert. Hier endet das, für Kinder gedachte Theaterstück.
 
Noch während der Feierlichkeiten drang unter die Gäste die
Nachricht vom Krieg drang. Der Muselmane fiel mit galoppierendem
Pferd und gezogenem Krummsäbel in das Land ein. Wladimir zog in
den Krieg. Die Schreckensherrschaft des Islam wurde in der
blutigsten Schlacht aller Schlachten zurückgeschlagen, so dass
Wladimir als Sieger zu seiner Braut eilte. Doch als Wladimir zum
Schloss kam, wurde ihm die Hiobsbotschaft vom Tod seiner Frau
überbracht. Was war geschehen ?!?
Durch falsche Botschaften über Brieftauben hatte der Feind die
Prinzessin glauben gemacht,
Wladimir sei gefallen. Als die Prinzessin das hörte, brach sie weinend zusammen.
Was sollte sie jetzt nur tun ohne ihren Geliebten? Sie konnte ohne ihn doch nicht mehr leben.
Langsam ging sie zur Schlossmauer und schaute von oben in die unendliche Tiefe. Entschlossen zu
springen, kletterte sie hinauf. Sie zögerte kurz, dann sprang sie in den Tod.
Zu Hause angekommen, wurde Wladimir von seiner Schwiegermutter, der Gräfin, mit der
schrecklichen Nachricht vom Tod seiner Frau empfangen. Wladimir wurde kreidebleich. Dicke
Tränen flossen ihm die Wangen herunter. Hass, Wut und Zorn zeichneten sich in seinem Gesicht
ab. Sein Herz war gebrochen. Auf diesen Moment hatte der Teufel gewartet. Das war seine
Chance. „Jetzt ist es so weit,“ sagte er sich und drang in das Unterbewusstsein von Wladimir ein.
Immer wieder schlug er in die Wunde von Wladimirs gebrochenem Herzen und redete ihm ein:
„Räche dich, räche dich Wladimir.“ Das war das Todesurteil für alle Zigeuner, die zur Hochzeit
eingeladen waren und sich noch auf dem Schloss befanden. Von nun an begann Wladimir, der den
Mehrenern die Schuld am Tod seiner Frau gab, diese armen, unschuldigen Leute zu tyrannisieren.
Er ließ die Grenzen schließen und nahm sie alle in Gefangenschaft. Einige ließ er in den Kerker
werfen. Wieder Andere ließ er foltern. Frauen wurden vergewaltigt und deren Männer

umgebracht. Kinder zwang man unter seinem Befehl zur Zwangsarbeit. Sie bekamen nur sehr
wenig zu essen und ernährten sich hauptsächlich von Tau und Gras. Die Grausamkeit nahm kein
Ende. Immer und immer wieder fielen dem hasserfüllten Herrscher neue Schrecklichkeiten ein,
um diese Menschen zu quälen. Tagelang, monatelang, über Jahre hinweg versuchte Wladimir den
Teufel zu finden. Eines abends unterhielten sich zwei Gefangene, die mit noch einigen anderen
Gefangenen im Kerker saßen und durch die Gitterstäbe in die Ferne schauten. „Was siehst du?,“
fragte einer der Beiden den Anderen, der neben ihm stand. „Ich sehe nur Morast,“ sprach der
Gefangene, „und was siehst du, Sigfried?“ „Ich sehe die Sterne!“ erwiderte der Andere. Er hatte
nämlich einen Plan, wie er mit Wladimir ins Gespräch kommen könne und vielleicht sogar die
Freiheit für alle Gefangenen erlangen könne. Mit viel Klugheit und Geschick brachte er es fertig
zu Wladimir gebracht zu werden, um mit ihm zu reden. „Ich biete dir fünf Männer, wenn wir dir
einen Wunsch entgegensetzen dürfen,“ begann er das Gespräch. Wladimir liebte es, mit
Menschen zu handeln und ließ sich auf diesen Deal ein. Also wurden fünf Leute in den Schlosshof
herbeigeholt. Der Kleinste und Dünnste von ihnen stürzte sich geradewegs in ein Messer.
Blutüberströmt brach er zusammen. Seine Freundin, die alles mit ansah, tat das Gleiche. Was nun
geschah ist unfassbar. Die beiden toten Menschen wurden von dem Kräftigsten unter ihnen roh
aufgefressen. Alle vier wurden sie getötet. Den Letzten jedoch banden sie auf einen Karren. Nun
äußerten sie ihren Wunsch. Wenn der Herrscher Wladimir es schaffen würde, sein Schwert in
diesen letzten lebenden Mann zu stoßen, würden sie für immer seine Diener bleiben.
 
Sollte er es jedoch nicht fertig bringen, würden sie frei sein. Ohne zu zögern stürzten sich die
Gefangenen, die bei dem Drama als Zuschauer im Schlosshof standen, auf den angebundenen
Mann auf dem Karren und stießen ihm ihre Messer in den Leib. Nicht ein einziger Millimeter blieb
mehr übrig für das Schwert von Wladimir.
Er hatte die Wette verloren. Jubel brach aus unter den Gefangenen. Voller Freude und die
Freiheit wieder erlangt, zogen sie, geführt von der Gräfin, fort. Lange Zeit waren sie unterwegs,
um von Draconien bis nach Koblenz, am Rhein entlang, zur Maschine zu gelangen.
Während das Volk nun unterwegs war, um sich dann viel später in der Eifel niederzulassen und
Wladimir nun verlassen und gedemütigt zurückblieb, gingen ihm die Augen auf. „Was habe ich nur
getan!“ ,rief er laut. Aber niemand hörte ihn mehr. Voller Reue und weinend sank er auf seine
Knie. „Vergib mir Gott,“ schrie er. Von diesem Moment an, als er diese Worte ausgesprochen
hatte, wurde sein Herz mit tiefem Frieden und Ruhe erfüllt. Freude und Liebe machten Hass,
Zorn, Wut und Rache ein Ende. Von nun an erlaubte Gott dem Teufel nicht mehr, Wladimir für
seine Boshaftigkeit zu gebrauchen. Wladimir lebte noch eine lange Zeit in den Kaparten,
zurückgezogen und versöhnt mit Gott.
Und vielleicht ist die Moral von der Geschichte, dass die Liebe nun mal stärker ist als der Tod.
Denn Flad der Pfähler diente in späteren Jahrhunderten, durch die Legenden um seine Person,
als Vorlage für die heutigen Dracula Geschichten und ist deshalb bis heute unsterblich.
Die Mehrener waren immer Männer mit Ehre. Sie hatten Messer dabei, ein Wort zählte was. Die
Frauen waren viel gelobt und hatten eigentlich das Sagen. Die Mehrener waren sehr

frauenfreundlich ohne besitzergreifend zu sein.
Um 1250 kamen die Mehrener in das Gebiet des Fürsten Wilhelm vom Niederrhein. Von 1247 bis
1256 war Wilhelm von Holland Gegenkönig, bis dass er mit 28 Jahren bei Alkmaar erschlagen
wurde. Jener Wilhelm hatte eine hohe Belohnung ausgesetzt für jeden, der die Maschine
ausstellen könne.