saturn
Home
Ich
Download
Gästebuch
Inforum
Bücher
Zukunft
Bilder
@webmaster
Freiheit 1989
Einheit 1992
Reiß aus 2004
Liebe 1996
Kaiserstein 2003
Narrensprung
Dealer ? 2005
Hanfmedizin 2015
Menschenrechte  1948

Kaiserstein 2003

weiter
Ländereien und Gold waren ausgelobt, um denjenigen zu finden, der die Maschine zum Stehen
bringen konnte. Für die römisch – katholische Kirche war die Maschine nur mit Teufelswerk zu
erklären. Von jeher gehasst. Als wir uns die Maschine dann näher betrachteten, um sie besser zu
verstehen, tat sich Sigfried von den Haartdichs hervor, um einen Handel abzuschließen. So trat
er vor den König vom Niederrhein. „Du König, was machst du eigentlich mit der Maschine, wenn
sie aus ist? Warum willst Du, dass die Maschine ausgestellt wird?“ Der König antwortete: „Also
mir wäre es gut Recht, der Rhein flösse durch mein Land und ich wüsste, wo er ist.“ „Wenn ich
die Maschine ausmache,“ sagte Sigfried, „dann hätte ich sie gern.“ „Wenn du sie wieder
anmachen kannst, sollst Du sie haben,“ antwortete Wilhelm. Dieser Handel wurde mit Handschlag
besiegelt. Sigfried verbrachte mehrere Nächte bei der Maschine, bis dass er glaubte, sie zu
verstehen. Er gab ihr ein Fuder Feuerwasser am Mundstück zu saufen. Es tat einen Riesenknall
und die Maschine ging aus und fiel zusammen. Dann stürzte sie um und glühte aus. So erhielten
die Zigeuner das Recht, sich irgendwo im Land des Königs vom Niederrhein anzusiedeln. Einige
Jahre später brach Sigfried auf zum König vom Niederrhein, um ihm zu erklären, dass er die
Maschine nicht mehr anbekomme. Hierauf wollte der König sein Gold sparen, das er noch immer
nicht bezahlt hatte: „Da du die Maschine nicht anbekommen hast, ist sie für mich wertlos
geworden. Sigfried, was willst du haben? Maschine oder Gold?“
Bis 1840 war Mehren ein zentraler Treffpunkt und ein Dorf mit Marktplatz, auf dem alle 14
Tage ein reger Handel stattfand. In Mehren gab es eine Gerberei, eine Bierbrauerei, ein
Sägewerk, Bäcker und Metzger, Schmied und Wagner, Schuster und andere Kleinhandwerker.
Mehren war ein Zentrum für Begegnung und Handel, und lag eine Tagesreise von der Mosel
entfernt. Der Ferkelsweg, der von der Mosel über Mehren, Darscheid, Nürburg schon zur
Römerzeit als Straße nach Köln gebaut wurde, war die Lebensader des kleinen., idyllischen
Eifelortes. Der Name Ferkelsweg stammt noch aus der Zeit, als man sein Vieh zu Fuß auf den
Markt trieb.
 
Nach dem großen Dorfbrand suchte man dringend nach zukunftsträchtigen Baumaterialien zum
Hausbau, und so wurde um 1846/47 in Mehren, der alte Trierer Landhausstil im Häuserbau
entwickelt. Die Bewohner sammelten auf ihren Äckern die Natursteine, die bis heute in vielen
Häusern verbaut sind. Wer heute durch Mehren geht, kann noch immer die Häuser der damaligen
Bauzeit an ihren eingemeißelten Jahreszahlen über der Haustüre erkennen.
Über viele Jahrhunderte waren wir Selbstversorger. Es hat sehr gut funktioniert, bis dass diese
Welt untergegangen ist, aus welchen Gründen auch immer. Vielleicht war dieser Wilhelm Schuld,
der um 1850 unsere Maschine in England verzockt hat. Unser späterer Kaiser Wilhelm, der
Helgoland, - und ich glaube Sylt – gewonnen hat. Unsere Kolonien, sowie schöne Ferieninseln,
östlich von Afrika, sind seitdem dahin. Was heute keiner mehr wissen will, war damals ein
riesengroßes Spiel mit Karten. Mit Karten wurde in England probiert, die Welt neu zu regulieren.
Der Wilhelm und der Iwan und der Franzose mit seinen Kolonien. Und der Spanier und der
Portugiese, mit dem was sie noch hatten. Der Engländer fühlte sich als Gewinner von vorneherein.
Der Wilhelm hat nicht gut gezockt. Die Maschine ist seit der Zeit halberwegs verschwunden.
Heute sind wir wieder da und haben Europa vor der Tür. Glauben tun wir nichts mehr –
niemandem. Ihr könnt uns erzählen was ihr wollt, wir wissen, dass ihr Lügner und Betrüger seid.
Diebesgesindel. Der Russe ist übrigens gut beschissen worden, das seht ihr alle an Alaska, denn
Texas saß auch mit am Tisch.
Wir aus der Eifel können euch nur warnen, denn wir sind ja überall auf der Welt. Wir sind wie
Brüder, und ich kann euch versprechen, dass wir innerhalb von 24 Stunden die Erleuchtung
hätten, wenn ihr sie wolltet. Als erstes müsst ihr die Prohibition abschaffen, die seit 80 Jahren
die Freiheit einschränkt. Als nächstes müssen wir ehrlich zu uns selbst werden und zu einer
Politik finden, die unseren Bedürfnissen gerecht wird. Oder müssen wir noch 80 Jahre warten,
bis dass unsere Kinder wieder Omas und Opas sind, die wissen, wie´s geht, weil es langsam
herausgewachsen ist .....???!!! So wie es heute ist, ist es völlig unbeschnitten oder rechthaberisch
falsch geglaubt. Wir müssen uns öffnen und die Isolation durch uns und um uns aufheben. Nach
20 Jahren Erfahrung als „Street Worker“, ist nach meiner Erfahrung die Isolation des Kranken
auch heute noch so falsch, wie zu Buddha´s Zeiten. Man muss ihm begegnen, man muss es wissen,
man sollte versuchen, es zu verstehen, man darf es nicht verurteilen, man sollte es annehmen,
aber nicht zu Eigen machen.
Lange Zeit waren wir aus der Eifel die Besitzer und Hüter der Maschine, bis dass im Winter
1840 wieder ein Wilhelm uns besuchte. Er zündete Mehren an und trieb alle Bewohner nach
Schalkenmehren, um dann dort durch das Ertränken der Bevölkerung uns allen die Maschine
abzupressen. Die Verantwortung, die Maschine zu besitzen, wurde so zum Fluch. Es war, als wenn
man der Hüter des Teufels wäre. Als die Franzens und die Umbachs die Situation erkannten,
berieten sie sich mit den Stolz und den Dunkel und entschieden, die Maschine herauszugeben.
Jener spätere Kaiser Wilhelm der Erste von Deutschland, erhielt von uns die Maschine, die wir
dann in Koblenz, am deutschen Eck, aufbauen mussten. Noch heute sind dort, die von uns
gebauten Ansaugfundamente, auf denen die Maschine stand, teilweise zu sehen. Es sah aus, wie
ein riesiger Regenwassergully, der in den Himmel ragt. Sieben Schräm ist seit jener Zeit
weltweit als Glücksspiel verboten. Damit Kaiser Wilhelm sicher sein konnte, dass die Maschine
ordnungsgemäß funktionierte, mussten vier Söhne in Geiselhaft gehen. Die Mehrener schickten
auch einen Haartdich mit, wofür sie von Kaiser Wilhelm den Kaiserstein im Leewald bei Darscheid
erhielten. Er sollte gewähren, dass wenigstens einer zurückkäme von Fünf. Was keiner wusste,
der Haartdich hatte ein paar Brieftauben dabei und auch schon einen Plan erstellt, wie man die
Herrschaft erschrecken könnte. In Ketten wurden die Fünf nach England gebracht, wo die
Maschine beim Kartenspielen verzockt wurde. Weil es beim Verzocken der Maschine zu großen
Problemen kam, dass niemand die Maschine ganz gewann, stockten die Länder Schachereien um
die Kolonien. Als niemand nirgendwo weiterwusste, kam der Haartdich und bot an, mit seinem
Leben als Preis, um einen Maschinenring zu spielen. Weil das ja alles nichts war mit diesem
Kartenspielen bis jetzt, erklärte er ihnen die Regeln von Sieben Schräm.
 
32 Karten im Spiel und vier auf der Hand. Was soll ich sagen?
Alle Fünf sind wohlbehalten wieder nach Hause gekommen. Das lag aber nicht unbedingt daran,
dass wir die Maschine gewonnen haben, sondern eher an der Lavabombe, die wir nach Koblenz
geschleudert haben. Kurz vor St. Martin haben wir alle zusammen eine große Schleuder gebaut,
aus Holz, wie einer Peitsche gleich, warfen wir von der Hard eine Lavabombe, um die Damen und
Herren am Spieltisch zu erschrecken. Worauf der Haartdich das Sieben Schräm Spiel einstellte
und mit den ersten fünf Ringen der Maschine nach Hause kam.
Eine Reihe Notlügen möchte ich zum Schluss noch loswerden. Das erste Mal sind wir Zigeuner von
Mehren um das 12. Jahrhundert in Köln Colonia Agrepina auf die Regenwassermaschine gestoßen.
Dort haben wir sie abgebaut und teilweise mitgenommen. Um 1850 ist die Maschine fast komplett
in Koblenz gelaufen und anschließend in England verspielt worden. God save the Queen! Und seit
dieser Zeit hat der Helmut Umbach eine Wette um zwei Kisten Juwelen gegen die amtierende
Queen. Denn die hat mindestens zwei Ringe und wir sind die Besitzer vom größten Stein der Welt
geworden.
Übrigens, hätten sie gewusst, dass damals bei der Abstimmung über die Amtssprache in Amerika,
Deutsch gegenüber Englisch nur mit einer Stimme Mehrheit abgewählt worden ist? Und dass
deshalb heute ein Kauderwelsch zwischen Deutsch und Englisch in Amerika gesprochen wird?
Eigentlich sollte die Amtssprache Deutsch sein, aber das haben sie dann verhindert und haben
dann mit einer Stimme Mehrheit für Englisch plädiert. Nicht Französisch, nicht Spanisch, nicht
Deutsch, Englisch ist die Weltsprache geworden.
Es gab einmal jemanden, dem war es extrem wichtig, den Teufel zu finden. Der ist uns
Mehrenern hier in der Eifel eigentlich nie wichtig gewesen. Das war ein Dreckshund mit dem wir
nie etwas zu tun haben wollten. Ein richtig garstiger Vogel. Ich weiß das von Adolf Umbach. Das
haben wir zwar alles erst viel später herausgefunden, aber unser Addi ist gezogen und hat ihn
gemacht. Weil, wir waren ja schon überall. In den U – Booten hier, da und dort und eigentlich
überall und haben sie gesucht. Erst viel, viel später, als wir Viele geopfert hatten, haben wir es
dann herausgefunden. Wir meinten, wir müssten was Besseres wissen. Das war aber nicht so.
Zweimal gekuckt wo die Maschine ist und keine Maschine gefunden. Wir wissen jetzt wo der
Teufel ist! Aber das glaubt ihr uns nicht. Auch das ist uns egal. Wir sind da verschwiegen und
unterhalten uns selbst nicht mehr darüber. Das ist das. Da heben wir ´ne Autobahn gebaut und
did und dat. Und dann reden die Leute nicht mehr miteinander. Man versteht sich nicht mehr,
und dann geht alles in den Arsch.
Aber unser Addi, der hat es mir erzählt. Wir haben schlimme Sachen erlebt, die wollen wir uns
nicht noch einmal antun lassen. Im zweiten Weltkrieg waren die Mehrener auch alle engagiert
und einer von den Männern, das war der Addi Umbach. Der war nachher mit Hitler zusammen im
Führerbunker bis ganz zum Schluss. Und er schwor, wenn das hier schief geht, dann lege ich ihn
um. Dann lege ich das Drecksschwein um und hole mir den Teufel. Und dann mache ich im Umkreis
von dem alle kalt. Der Addi war mit in Berlin im Bunker. Und dann ist das schief gegangen und der
Hitler ist gerannt, Richtung Iwan und unser Addi hinterher. Kurz hinter Moskau hat er ihn dann
gekriegt. Der Addi fängt den Hitler und macht dem zwei Ringe an die Ohren, sticht ihm die
Augen aus, setzt sich bei ihm auf den Rücken und sagt: So, du Drecksack, trag mich nach Hause.
Der Addi hat 2 ½ Jahre gebraucht, um von Russland bis nach Koblenz zu kommen.
Diese Geschichte haben wir für den 8 Jährigen Thomas geschrieben. Die war ich dem kleinen
Mann noch schuldig. Als Thomas 3 ½ Jahre alt war, kam er mit tiefer Verzweiflung zu mir. Er war
ganz aufgebracht von dem Dorfklatsch in der Küche. Dort wurden lauthals die Drogen- und
Alkoholexzesse der Nachbarschaft diskutiert. Als er reinkam, fragte er mich: „Warum macht
das keiner richtig?“ Per Handschlag wurde zwischen mir und Thomas ein Vertrag geschlossen.
Also, wenn sie jetzt irgendwann mal in der Eifel sind, dann grüßen sie mir den Thomas. Sagen sie
guten Tag, winken oder blinzeln sie mit den Augen. Denn dem Thomas verdanken sie diese
Geschichte. Und wenn Sie dann zufällig beim Besuch der Vulkaneifel am Deutschen Eck, das in
Koblenz ist, vorbeikommen, dann können sie sehen, wo der Addi den Teufel begraben hat.
 
Wenn man am Deutschen Eck steht, und auf die Schlossanlage von Ehrenbreitstein

hinüberschaut, dann sieht man ganz unten links, ein Stückchen rheinabwärts, einen einzeln
stehenden runden Turm und da drin hat der Addi ihn begraben. Da liegt er für die nächsten
tausend Jahre.
 
ENDE
 
Witz oder Wahrheit
 
Als wir Mehrener damals in Paris waren, waren wir auch im Bordell und als das Mädchen fragte,
warum wir vorher bezahlen wollten, mussten wir gestehen, dass sie wohl bewusstlos werden
würde. Bei so Mehrenern kennt die Extase keine Grenzen. Wie der Letzte dann gegangen ist,
stand draußen noch ein Nigger und wie der dann die Tür reingegangen ist, und das leckere
Mädchen im Bett gesehen hat, hat ihn die Bewusstlosigkeit nicht gestört, und wie sie dann
wieder wach wird, brüllte sie: Die Mehrener bumsen, bis sie schwarz werden.
Woran erkennt man heute, dass ein Mehrener ins Bordell geht??
An der Wäscheklammer! Die braucht er nämlich für die Nase, wegen dem Gestank von dem
verbrannten Gummi.
Übrigens, die leichten Mädchen kassieren seit jener Zeit vorher.
 
Das letzte mal, dass wir Mehrener versucht habe in die Öffentlichkeit zu kommen, war 1889 bei
der großen Weltausstellung in Paris (Expo), wo wir der Welt beweisen wollten, dass wir es heben
können. Doch wir haben es abgebrochen. Der Hebearm wurde nicht von uns angeliefert, Schnauze
halten, nix wie weg, schnell verstecken. Seit jener Zeit reden wir auch nicht mehr darüber, denn
was sie heute als Wahrzeichen von Paris kennen, war nie nur als Funkturm gedacht. Der
Eiffelturm ist eigentlich als Hebekonstruktion und Kran gedacht worden. Eigentlich wollten wir
zeigen, was wir können, mussten dieses Unternehmen dann aber abbrechen. Der Eiffelturm
wurde zum Sinnbild des modernen Ingenieurbaus, genauso wie die unsinkbare Titanic von 1912,
die mit 1517 Todesopfern das bisher schwerste Schiffsunglück im Frieden war. Wäre der
Kapitän nicht besoffen gewesen, und hätte in seiner Kajüte gelegen, sonder bekifft am Steuer
der Titanic gestanden, dann hätte er eher noch beschleunigt und die Mitte des Eisbergs gesucht
– eiskalt. Wir durchbrechen den Eisberg mit der Titanic bei voller Fahrt – 22 Knoten.
Und wenn dann von uns Eiflern ein Dampfmaschinenbetreiber am Bord gewesen wäre und der
zertifizierte Führer den Befehl gegeben hätte, wir hätten alles herausgeholt. Leider lag das
Logbuch in einer Schublade und diese war auch noch verschlossen.
Was es bedeutet, Kapitän zu sein – Kummer, Einsamkeit, Verantwortung, nicht Seinkönnen, Mühe,
satirische Ironie braucht die Dynamik, verwegen – dynamisch – geheimnisvoll. Manchmal zum
Kotzen. Wer versenkte die Titanic?
Bevor wir Mehrener Dampfmaschinenbetreiber wurden, waren wir immer Kiffer. (Seilmacher)
Es gab einmal die Situation, dass jemand in unserer Gemeinde verhaftet wurde und es gab nur
noch 1 Thema, der Umbach, der verhaftet wurde. Dann kam die Oma zu mir und fragte: was hat
er denn verbrochen, der Umbach? Um nun einer Frau von 90 Jahren klar zu machen, dass dieser
Mann wegen Drogenhandels im Gefängnis war, suchte ich um Erklärung und sagte ihr: das hat mit
der Pflanze zu tun, aus der man früher Seile machte. – wir waren nämlich alle Seilmacher früher,
früher – bis 1847. Oma verstand worum es ging und antwortete: ach su, dat kennen ich, dat han
se früher, wo ich noch jung war, da unne –und zeigt, stehend auf dem Balkon, auf den
gegenüberliegenden Hügel – dat han se früher da unne auf dem Schaouerberg ausgebracht im
Herbst, um et zu dreye. Früher, da rauchten das die alten Männer im Winter auf der Ofenbank.
Wieso ist es von dort verschwunden und bei unseren Kindern gelandet? Warum? Wieso? Der
falsche Weg, die richtige Medizin? Das falsche Ziel, die Prohibition, falscher Glaube,

falsche Richtung, falsche Gedanken – gehen oder stehen? , flüchten und dann kämpfen? Besser
Polonaise. Kokser sind nicht Kiffer.
 
Einleitung
 
Hanf könnte bei einer Vielzahl von Erkrankungen als wirksames Medikament eingesetzt werden.
Zudem ist es arm an Nebenwirkungen. Der lateinische Namen des Hanfes ist Cannabis
(botanischer Name: Cannabis sativa L.). Die pharmakologisch wirksamen Inhaltsstoffe, die
Cannabinoide, sind in den getrockneten Blättern und Blüten enthalten, wobei die weibliche
Hanfpflanze hinsichtlich der Wirkstoffproduktion weitaus potenter ist, als die Männliche. Das,
aus dem Hanf gewonnene und anschließend gepresste Harz, wird allgemein als Haschisch
bezeichnet.
Der Bevölkerung wurde die Hanfpflanze jahrzehntelang als "Rauschgift" dargestellt und
bekämpft. Hanfkonsumenten sahen und sehen sich einer Vielzahl gesellschaftlicher Sanktionen
bis hin zur Strafverfolgung ausgesetzt. Dies war nicht immer so: Hanf ist seit Jahrtausenden in
der Medizin bekannt und war ebenso lange ein wichtiger Rohstoff zur Herstellung von Papier,
Textilien, technischen Ölen, Lebensmittel und Vielem mehr. Mit der sinkenden Bedeutung als
Rohstoff, zu Beginn des 20. Jahrhunderts, wurde auch seine medizinische Bedeutung in den
Hintergrund gerückt.
Im Zuge der seit einigen Jahren feststellbaren "Hanf-Renaissance", beginnt man sich langsam
wieder mit dem medizinischen Nutzen dieser alten Kulturpflanze auseinander zusetzen. Der
Gebrauch des "Naturheilmittels" Hanf könnte, als wichtiges Therapeutikum, bei der Bekämpfung
vieler Krankheiten helfen. Allerdings ist auch der Hanf kein Wundermittel.
 
Geschichte
 
Im 20. Jahrhundert hatte Hanf in Deutschland zweimal eine große Bedeutung. In Zeiten der
Rohstoffknappheit, sowohl im Ersten als auch im Zweiten Weltkrieg, diente er als wichtiger
Faserlieferant. In den fünfziger Jahren kam sein Anbau nahezu vollständig zum Erliegen. 1982
wurde sein Anbau sogar vollständig verboten. Dabei unterschieden die Verantwortlichen nicht
zwischen dem industriellem Hanf, mit hohem Fasergehalt und geringem Gehalt an psychotropem
Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) und sogenannten "Drogenhanf" mit geringem Fasergehalt
und hohem THC-Gehalt, der als Rauschmittel weite Verbreitung fand. Mit der Diskussion um den
Anbau und die Nutzung nachwachsender Rohstoffe, besann man sich am Anfang der neunziger
Jahre erneut auf seine Qualitäten als Rohstofflieferant. Auch beim Anbau zeigt Hanf seine
Überlegenheit gegenüber anderen landwirtschaftlichen Kulturen, da er ohne
Pflanzenschutzmittel auskommt und bedingt durch sein schnelles Wachstum kein Unkrautbefall
stattfindet. Seit 1996 ist der Anbau von sogenanntem "Faserhanf" in Deutschland wieder
möglich.
Bereits im Mittelalter war Hanf fester Bestandteil in der Volksmedizin. Hildegard von Bingen
(1098-1179), die "erste deutsche Naturforscherin und Ärztin" sagte über Hanf: Er "ist warm und
wenn die Luft weder sehr warm noch sehr kalt ist, wächst er und so ist auch seine Natur, und
sein Same enthält Heilkraft, und er ist für gesunde Menschen heilsam zu essen, und in ihrem
Magen ist er leicht und nützlich, so dass er den Schleim einigermaßen aus dem Magen
wegschafft, und er kann leicht verdaut werden, und er vermindert die üblen Säfte und macht die
guten Säfte stark. Aber wer im Kopfe krank ist und ein leeres Gehirn hat und Hanf isst, dem
bereitet dies leicht etwas Schmerz im Kopf. Jenem aber, der einen gesunden Kopf hat und ein
volles Gehirn im Kopf, dem schadet er nicht.[...]. Wer aber einen kalten Magen hat, der koche
Hanf in Wasser und, nach dem Ausdrücken des Wassers, wickle er es in ein Tüchlein. Und er lege
es so warm oft auf den Magen, und das stärkt ihn und bringt ihn wieder in seinen Zustand. Und
wer sogar ein leeres Gehirn hat und Hanf isst, dem bereitet er etwas Schmerz im Kopf. Aber
 
dem gesunden Kopf und dem vollen Gehirn schadet er nicht. Ein aus Hanf gefertigtes Tuch ist
gut zum Verbinden der Geschwüre und Wunden, weil die Wärme in ihm mäßig ist."
In der modernen "westlichen" Medizin fand Hanf erstmals im Jahr 1839 eine Würdigung. Der in
Indien tätige englische Arzt O'Shaugnessey, verfasste einen Aufsatz in dem er die
schmerzmindernden und muskelentspannenden Eigenschaften beschrieb. Der Deutsche Georg
Martinus fasste 1855 in seiner Dissertation die bis dahin bekannten Wirkungen zusammen:
Asthma, Depressionen, Nervenschmerzen, Epilepsie, Menstruationsbeschwerden, Angst- und
Unruhezustände, Entwöhnung von Opiumabhängigkeit. Martinus wurde in seinen Arbeiten durch
den Darmstädter Apotheker Heinrich Emanuel Merck (1794-1855) unterstützt, der kurz zuvor
die Produktion von Cannabistinkturen aufnahm, welche seine Nachkommen erfolgreich
weiterführten.
Viele Prominente in der damaligen Zeit, darunter Königin Viktoria (1819-1901) von England ließen
sich mit Cannabistinkturen ihre Leiden erleichtern.
 
Wirkung
 
Bis heute ist noch weitgehend unbekannt, wie Hanf im Körper reagiert. Nachgewiesen sind
spezielle Rezeptoren (Bindungsstellen) für die Cannabinoide im zentralen Nervensystem. Dies
bedeutet, dass der menschliche Körper cannabinoidähnliche Substanzen selbst produziert. Hierin
liegt ein breites Forschungsfeld für die Entwicklung neuer und gut verträglicher Medikamente.
Bislang sind die Funktionen der körpereignen Cannabinoide bzw. was sie tatsächlich bewirken,
noch wenig erforscht.
 
Anwendungsgebiete
Schmerzzustände
 
Die positiven Eigenschaften des Hanfs in der Bekämpfung von Gelenkschmerzen, Migräne,
Neuralgien usw. sind schon lange bekannt. Bei starken Schmerzen können die Dosen von Opiaten
durch gleichzeitige Einnahme von Hanf herabgesetzt werden. Opiate und Hanf wirken auf das
zentrale Nervensystem und reduzieren durch eine Stimmungsveränderung die Schmerzen.
 
Spastik
Auch gegen die durch Multiple Sklerose hervorgerufenen Verspannungen und Krämpfe wirkt
Hanf entspannend und schmerzlindernd. Gleiche Effekte wurden auch bei
Querschnittserkrankungen oder Menstruationsbeschwerden beobachtet. Die häufig
einhergehenden Bewegungsstörungen werden abgebaut. Die abendliche Einnahme ermöglicht
einen ruhigen Schlaf.
 
Krebs
An Krebs erkrankte Patienten haben durch eine Chemotherapie gute Chancen den Krebs zu
überwinden. Leider verursachen die Chemotherapien starke Übelkeit und Erbrechen.
Konventionelle Medikamente halfen in der Vergangenheit nur unzureichend und waren sehr teuer.
Außerdem wird das Allgemeinbefinden verschlechtert, womit die Genesung akut gefährdet ist.
Therapieerfolge durch Einnahme von Hanf sind durch Studien nachgewiesen. Mit der Entwicklung
neuer wirksamer Medikamente hat die Bedeutung von THC bei der Chemotherapie nachgelassen.
AIDS
Eines der häufigsten Probleme von AIDS-Patienten ist der Gewichtsverlust durch häufiges
Unwohlsein und Appetitlosigkeit. Auch hier wirken konventionelle Medikamente ungenügend und
sind meist nicht frei von Nebenwirkungen. Viele Patienten verspüren nach der Einnahme von Hanf
richtigen Appetit, was für die Stärkung des Immunsystems wichtig ist. Mit der Einführung neuer
wirksamer Kombinationstherapien wurden die Behandlungserfolge größer. Hierbei kann Hanf die
häufig zum Therapieabbruch führenden Nebenwirkungen abmildern.
 
Glaukom
 
Glaukom ist der Begriff für erhöhten Augeninnendruck. Hervorgerufen wird ein Glaukom, wenn
der Ablauf des Tränenwassers nicht mehr gewährleistet ist. Die Gefahr einer Erblindung
besteht. Trotz aller Fortschritte von operativen Methoden, sind diese nicht immer erfolgreich
bzw. möglich. Die Einnahme von Hanf bewirkt die Senkung des erhöhten Augeninnendrucks. Ein in
den Vereinigten Staaten an Glaukom erkrankter Patient erhält seit 1972 offiziell Hanf -Joints um
sein Leiden zu behandeln. Seit dieser Zeit wurde bei ihm keine Verschlechterung des Glaukoms
beobachtet, obwohl ihm die Ärzte damals nur noch drei Jahre bis zum vollständigen Verlust
seines Augenlichts gaben.
 
Asthma
Viele Untersuchungen haben gezeigt, dass Hanf ebenso die Bronchien erweitert, wie
herkömmliche Asthmamittel. Allerdings bewirkt die Aufnahme durch Rauchen eine Reizung der
Schleimhäute und schädigt sie. Neue Entwicklungen von speziellen Rauchgeräten z.B. eines
Inhalierapparates, welcher den Hanf oder das Haschisch verdampft und nicht verbrennt,
eliminieren diese gesundheitlichen Risiken.
 
"Ausstiegsdroge"
Hanf dämpft die Begleiterscheinungen des Entzugs von Medikamenten, Alkohol und anderer
legaler oder illegaler Drogen. Meist beeinträchtigen Schlaf- und Unruhestörungen die
erfolgreiche Behandlung. Da der Drogensucht im wesentlichen eine psychische Störung
vorausgegangen ist, kann sie auch nur mit psychosozialen Maßnahmen bekämpft werden. Hierbei
kann Hanf wieder als Therapeutikum eingesetzt werden.
 
Nebenwirkungen
 
Obwohl Hanf im allgemeinen gut verträglich ist, können unerwünschte Wirkungen auftreten:
"Herzrasen", Blutdruckabfall, Mundtrockenheit und Bindehautreizung. Selten stellt sich
Übelkeit, bis hin zum Erbrechen ein. Je nach psychischer Konstitution können Angst - und
Panikzustände auftreten, was z. T. von der Illegalität herrührt: Schwierige Beschaffung und ein
verständnisloses soziales Umfeld (z.B. Verwandte, Nachbarn, Arbeitskollegen) kommen meist
hinzu. Ferner wird die Fähigkeit des Führens eines Kraftfahrzeugs und das Bedienen von
Maschinen herabgesetzt. Viele Hanf-Konsumenten berichten jedoch von einer Zunahme an
Kreativität und Aufnahmebereitschaft und die, dem Hanf oft zugeschriebene
stimmungsaufhellende Wirkung, ist bei den Krankheitsbildern, bei denen er Anwendung findet,
zumeist durchaus erwünscht. Außerdem besagen Forschungsergebnisse, dass Tabakraucher, die
ihrem Tabak Hanf beimischen, weniger häufig an rauchertypischen Atemwegserkrankungen, als
Tabakraucher, die dies nicht tun, erkranken.
Schwangere, stillende Mütter und Herzkranke sollten keinen Hanf oder nur geringe Mengen
einnehmen. Dies gilt auch für Kinder vor der Pubertät. Menschen mit latenter Psychose riskieren
bei Hanf-Missbrauch deren Ausbruch.
 
Inhaltsstoffe
 
Die wohl wichtigsten medizinischen Inhaltsstoffe des Hanfs sind die Cannabinoide. Davon sind
heute mehr als 60 bekannt. Weitere Bestandteile sind: Alkaloide, Eiweiße, Zucker, Fettsäuren,
ätherische Öle, Pigmente usw.. Das wichtigste Cannabinoid ist das Delta-9- Tetrahydrocannabinol.
Es ist ein Halluzinogen und der bedeutendste medizinische Inhaltsstoff. Ihm werden die
muskelentspannenden, appetitmachenden, brechreizunterbindenden, augeninnendrucksenkenden,
schmerzhemmenden und beruhigenden Eigenschaften zugeschrieben.
Weitere nichtpsychoaktive Cannabinoide und ihre Wirkungen:
 
Cannabidiol
 
schmerzhemmend, muskelentspannend und antiepileptisch
 
Cannabinol
 
antiepileptisch, augeninnendrucksenkend
 
Cannabigerol
 
beruhigend, augeninnendrucksenkend
 
Cannabichromen
 
schmerzhemmend und beruhigend.
Richtig gelagert, behält Hanf oder sein Derivat Haschisch jahrelang seine Wirkung. Die
Cannabinoide sind licht- und themperaturempfindlich und sollten daher dunkel und kühl
aufbewahrt werden. Luftdichte Verpackungen hemmen den Zerfallsprozess. Zubereitungen unter
großer Hitzezufuhr und eine lange Lagerung in Kunststoffgefäßen sollte vermieden werden. Die
Cannabinoide neigen dazu, mit Plastik oder Gummi eine Verbindung einzugehen.
 
Grundsätzliches
 
Anfänger sollten zu Beginn vorsichtig sein mit der Dosierung. Zuviel "des Guten" ruft in der
Regel starke Veränderungen und Einschränkungen des Bewusstseins hervor. Probleme mit
veränderten Reaktionszeiten und Kreislaufprobleme sind die Folgen. Solche Nebenwirkungen
klingen allerdings nach einigen Stunden von selbst ab. Haushaltstipp: Bereits der Maler Wilhelm
Busch wusste, dass das Trinken einer Tasse Kaffee unerwünschteRauschwirkungen dämpft.
Vitamin C oder Zucker, beides in hohen Dosen, haben sich gleichfalls bei THC- Überdosierungen
bewährt.
 
Wichtig!
Selbstverständlich sind THC - haltige Hanfprodukte außerhalb der Reichweite von Kindern
aufzubewahren.
 
Die Einnahme
 
Grundsätzlich gibt es zwei Arten der Einnahme von Hanf: Rauchen bzw. Inhalieren nach
Verdampfung und Essen bzw. Trinken.
 
Rauchen/Inhalieren Essen/Trinken
Eintreten der Wirkung 5-15 Minuten 30 120 Minuten
Abklingen der Wirkung 2 3 Stunden 5-10 Stunden
 
Rauchen:
Die meisten Hanf-Konsumenten rauchen den Hanf. Vorteil: die Wirkung setzt schnell ein und die
Dosierung ist einfach. Nachteil: mögliche Schädigung der Atemwege. Wer das gesundheitliche
Risiko einer Hanf-Tabak-Mischung mindern möchte, kann den Hanf mit nikotinfreiem und
schadstoffreduziertem "Tabakersatz", z.B. Damiana mindern. Übrigens dürfen diese Produkte
auf dem deutschen Markt nicht unter dem Namen "Tabakersatz" vertrieben werden. Deshalb
sprechen die Hersteller meist von einer "Verbesserung des Raumklimas". Eine andere Methode
ist das Purrauchen bzw. Inhalieren nach Verdampfen in leicht zu reinigenden Glas- oder
Metallpfeifen.
 
Essen/Trinken:
Die Blätter, Blüten und das Haschisch können in Backwaren oder Getränken Verwendung finden.
Das fettlösliche THC eignet sich auch zur Herstellung einer leckeren "Kräuterbutter". Zu
beachten ist, dass das THC eine alkohol- oder fetthaltige Trägersubstanz benötigt. Bei
Temperaturen über 65° C wird THC übrigens abgebaut.
Religiöses Verhalten... der Mehrener... anno dazumal...
 
Im allgemeinen urteilen die Seelsorger gut in dieser Sache. Gut und Böse hat es immer gegeben.
1850: die Moral in Mehren nicht gut, in Steinigen gut;
1862: Moral gut, Wenige sind eigensinnig und obstinat, Besuch der hl. Messe ist gut;
nur Tanz an den drei Kirmestagen; doch klagt der Pfarrer über die großen Jungen; Pfr. Müller
nennt drei Fehler der Pfarrkinder: Geiz, Neid und Prozesssucht. Das Resumé ist wohl nicht
übertrieben: eine relativ gute und gläubige Pfarrei.
(Fußnote: Damit ist nicht gesagt, dass das Schöffengericht nicht einschreiten und im Alter
Zeitstrafen verhängen musste: 1716 hat es folgende Strafen einzuziehen: in 4 Fällen wegen
vorehelichen Verkehrs 2 Pfd. Wachs, für Blasphemie (=Gotteslästerung) 1 Taler und 1 Pfd.
Wachs, für Fornicatio (=Unzucht) 1 Taler; 1744 zahlen 2 weibliche Personen für zu frühen
concubitus (=Geschlechtsverkehr) je 2 Pfd. Wachs (die daraus gefertigte Kerze soll während
des Rosenkranzes vor dem Marienaltar brennen.) 1752 sollen die Schöffen beim Tanz
nachschauen.)