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Liebe 1996

weiter
Irgendwie glaube ich, hat sich jetzt sogar mein Herz beruhigt.
Ein wenig fühle ich jetzt, als wenn mein Herz daran gefallen gefunden hat, an dem was ich
soeben geschrieben habe. Ich kann nichts dafür,
es kann nichts dafür,
sie kann auch nichts dafür,
ihr könnt nichts dafür.
Denn Schuld, Schuld gibt es eigentlich nicht. Danke schön.
 
Ich werde sie vergessen müssen.
Ich muss etwas dafür tun, sie zu vergessen.
 

Weil es nichts bringen wird so weiter zu machen. Ich habe das schon öfter erlebt, in meinem Leben,
dass etwas vorbei ist. In diesem Falle hatte es noch nicht einmal angefangen, und es erscheint mir
irgendwie töricht noch irgend etwas zu versuchen, als das, was normal wäre.
Ich muss mich zusammenreißen.
Ich muss nach dem Normalen suchen.
Ich muss sie vergessen.
Und doch wird sie immer da sein, weil sie schon immer da war.
Ich weiß auch gar nicht, ob es unbedingt an einer Person fest zu machen ist.
Es sind Gefühle.
Es sind Gedanken.
Es sind Wünsche.
Und wenn dann die Phantasie dazu kommt, dann ist es auch ein Feuerwerk.
Ich habe eine Geliebte.
Ich habe eine Beziehung, und eine sehr gute dazu. Und doch passiert einem so etwas.
Und jetzt werde ich sie vergessen müssen. Ich wünsche mir, dass es ihr gut geht.
Und ich glaube es wird ihr jeden Tag besser gehen, je weiter wir auseinander sind.
Sie wird ihr Leben leben und ich werde mein Leben leben.
Irgendwann wird es nicht mehr weh tun, weil irgendwann auch das größte Feuer einmal abgebrannt
ist.
Irgendwann wird es sein, wie die Erinnerungen.
Irgendwann wird es sein, wie unwirklich.
Und irgendwann ist eigentlich schon jetzt.
Ich suche nach dem, was noch möglich sein könnte, und irgendwie hoffe ich, sie zum Abschied
wenigstens 1mal in den Arm genommen zu haben.
Sie für ein paar Sekunden zu drücken, zu fühlen, zu riechen und sie dann womöglich für immer
loszulassen.
Für immer.
Für immer?
Was heißt das eigentlich?
Ich kann mich jetzt erschießen, dann bin ich tot für immer.
In der Kirche kann man heiraten, auch für immer.
Ich habe einmal einen Finger verloren, er ist auch weg – für immer.
Er wird nicht mehr zurückkommen.
Er ist nicht zu ersetzen.
Er ist weg.
Einfach nicht mehr da.
Aus und vorbei.
Ich habe lange versucht, irgendwie zu erklären, irgendwie Worte zu finden, irgendwie Realismus zu
suchen, irgendwie die Wirklichkeit zu erfassen.
Das Einzige, was mir geblieben ist, ist ein Wort.
Ein einfaches, sehr oft gebrauchtes Wort.
Ein ganz kleines Wort.
Und doch kann es Dinge beschreiben, die etwas mit der Unendlichkeit zu tun haben.
Es ist die Liebe.
Einfach ein ganzes Universum voller Liebe.
Wenn die Menschheit irgendwann die Unendlichkeit erreichen wird, wird sie dort wahrscheinlich
auch nicht mehr finden wie hier.
 

Ich muss jetzt wieder aufhören, weil ich weg vom Schmerz will, hin zum Vergessen.
Weil ich weiterleben muss.
Ich bin fertig für heute.
 
Heute ist Montag und ich versuche ein kleines Resümee des vergangenen Wochenendes.
Freitag war ein herber Tag.
Ich war total aggressiv.
Ich habe den ganzen Tag versucht, nicht zu rauchen, musste mir jedoch nachmittags eine Pfeife
anmachen, um etwas gegen meine innere Unruhe zu tun. Ich glaube die Nikotinsucht ist schlimmer als
alles andere, denn ich konnte mich dann irgendwie wieder ziemlich schnell auf mich konzentrieren.
Und dann sind wir abends auf dieses Live-Konzert gefahren.
Das war dann für mich und mein Hirn wie eine kleine große Explosion.
Direkt vor dem Gitarristen, der nicht nur ein Profi war, sondern auch noch sein Bestes gegeben hat,
aber das gehört wohl zusammen.
Der Samstag fing dann erst nachmittags an. Und irgendwie kann ich mich gar nicht erinnern, was
sonst noch alles am Samstag vor sich ging.
Der Angriff auf meine Alltagsprobleme ist scheinbar total gelungen. Und dann kam auch schon gleich
der Sonntag. Ein Tag mit 35°C im Schatten.
Ich habe seit langer Zeit noch einmal ein Sonnenbad genommen.
Paar mal von vorne, und paar mal von hinten.
Und gegen Abend hatte ich dann noch meine komplette Sitzzeit, um noch eine Runde ums Maar zu
fahren.
Jetzt sind wir wieder kurz davor zu baden.
Ich liege hier, und warte auf die Caritas und die unterschwelligen Irritationen, die mich doch das
ganze Wochenende begleitet haben, scheinen, wie meine körperliche Verfassung, auf einen
Tiefpunkt abzusinken.
Als nächstes brauche ich wohl ein Aspirin und einen Traubenzucker, und wenn es ein Mittel für
Frohsinn gäbe, ich bräuchte auch davon etwas heute. So etwas wie Glückshormone.
In dieser Beziehung hat mein Körper, in letzter Zeit, nicht viel geleistet.
Ich bin leider auch nicht in der Lage im Moment, mich mit meiner Phantasie da heraus zu reden.
Im Großen und Ganzen kann man sagen, ich hänge ein bisschen durch, obwohl diese innere Stimme
immer zu mir sagt, positiv sollten sie ihren Tag beginnen.
Positiv, positiv, positiv!
Ich habe übrigens bis jetzt noch keine einzige Zigarette geraucht! Der Absturz scheint perfekt
verloren.
Wie geht es dir?
Wie geht es mir?
Eigentlich lebe ich jeden Tag, als wenn es mein Letzter wäre, es ist ein wenig zu meiner Philosophie
geworden. Und im Moment ist es so, dass ich auch überhaupt nicht einzuschätzen weiß, was der
nächste Tag einem bringen wird. Mit der neuen Krankmeldung jedoch hatte ich schon gerechnet. Ich
nehme an, sie wird auch nicht mehr wiederkommen.
Ich hoffe, morgen besser drauf zu sein und ich hoffe, dass Elfi mit ein paar Medikamenten ohne
Krankmeldung morgen erscheinen wird.
Hurra, Elfi lebt noch, und ist wieder da.
Scheint so, als sei ich noch nicht von allen verlassen.
Dabei hat es den Anschein, dass ich gestern wohl Glück hatte.
Gestern war wohl der absolute Katastrophentag für mich.
 

Mein Tag X
Ich bin gestern Nachmittag aufgestanden, weil ich es hier in meinem Zimmer nicht mehr ausgehalten
habe. Ich fühlte mich mal wieder eingesperrt.
Irgendwie total unter Druck gesetzt und glaubte dem zu entrinnen, indem ich nach draußen strebte.
Seit gestern weiß ich, dass nicht Drogen oder Alkohol das Schlimmste im Straßenverkehr sind.
Das Schlimmste im Straßenverkehr ist wohl ein mieser Gesundheitszustand.
Kreislaufprobleme; der Blutzucker sinkt; 3 Sekundenschlaf droht; das Retten von einer Pause zur
Nächsten; immer wieder anhalten; Probleme mit dem Blutdruck; du hörst das Pulsieren des
Herzschlages im Ohr; du orientierst dich immer an der Bordsteinkante.
Ich habe mich bei der Frage ertappt, ob ich wohl alles getan habe, um jetzt gehen zu können.
Weil es mir ein paar Mal so vorkam, als wenn ich jeden Moment aus mir herauskippen könnte.
Irgendwie habe ich es nicht ans Maar geschafft.
Ich musste umkehren, und als ich nach Hause kam, musste ich mich sofort ins Bett legen.
Hier war es dann so, als wenn wieder alles zurückgeflossen wäre, langsam, ganz langsam habe ich
mich dann erholt.
Und gegen Abend ist es dann passiert, ich konnte nichts dafür, plötzlich, plötzlich sind meine Augen
verblutet. Sie liefen einfach aus.
Es lag wohl daran, das mein Herz vorher ertrunken ist.
Ich habe danach gemerkt, dass ich sie loslassen muss, dass es vorbei ist.
Ich muss mich suchen. Ich muss meine Freiheit suchen und gleichzeitig muss ich aufpassen, dass ich
mich dabei nicht verliere.
Meine Freiheit.
Was soll das bedeuten für jemanden, der sein Leben lang mit dem Rücken zur Wand gestanden hat?
Für jemanden, der in den letzten 13 Jahren buchstäblich an die Wand genagelt war.
Ich will, werde und kann diese Mauer nicht mehr verlassen.
Aber ich kann für meine Freiheit um mich herum kämpfen, was ich auch tun werde.
Ich habe schon letzte Nacht damit angefangen.
Ich habe mich gefragt, wo ich all die Jahre die Kraft hergenommen habe, die Motivation, den Schub,
den Trieb.
Und ich habe festgestellt, dass es wohl genau dieser Trieb in einem ist, in mir ist, der mich immer
weitermachen lässt.
Komischerweise halten mich alle Leute, entweder für einen Verrückten oder für einen absoluten
Kopfmenschen.
In Wirklichkeit bin ich jedoch, im wahrsten Sinne des Wortes, ein Bauchmensch.
Bei mir ist es immer der Bauch, der etwas macht oder nicht macht.
Er ist wie ein Dampfkessel, der Druck erzeugt, der dann meistens irgendwo über den Kopf abfließt.
Soeben habe ich auch nicht nur mich, sondern auch mein größtes Problem geschildert.
Bis zu meinem 23. Lebensjahr war ich auch einer von diesen geilen Söhnen.
Ich habe mir damals immer gesagt, bevor du monatlich 300,-DM Alimente zahlen musst, kannst du
dieses Geld auch direkt bei den Prostituierten lassen.
Der Spaß dauert dann länger.
Und beim Gasfuß vom Tom, ich hab es hoch gerechnet, es waren zirka 100 Huren.
Auch Frauen, natürlich.
Sie waren ein Ersatz damals, für das, was wohl ein jeder von uns sucht.
Und dann nach dem Unfall, ich kann mich noch erinnern, als ich mit Franki das letzte Mal Sex für
mich kaufen wollte.
 

Franki hat damals wieder mit dem Rauchen angefangen, während er draußen wartete.
Und ich habe festgestellt, dass ich nie mehr Geld dafür bezahlen werde. Und fortan habe ich danach
gesucht.
Ohne Selbstbewusstsein, ohne Selbstvertrauen und ohne das Wissen um die eigenen Möglichkeiten.
Dann habe ich jemanden gefunden, wir waren beide wie Kinder.
Sie war zwar verheiratet, aber dennoch hatte sie noch nie das gewisse Etwas von einem Anderen
geschenkt bekommen.
Sie kam auf meine Insel. Sie war unberührt, und wir haben uns verführt.
Sie gibt mir auf einer Skala von 1-10 eine 8.
Und ihrem letzten Abenteuer eine 4. Ich weiß nicht wieso.
Es scheint, dass ein jeder in sich gefangen ist.
Bis jetzt stand nichts zwischen uns, und es war auch nie wichtig, doch ich fühle, dass ich meine
letzten 10cm wie Viagrahfähige Masse wohl neu ins Spiel bringen muss.
Vielleicht müsste ich mir dafür einmal ein Lagerungskissen unterschieben, um auch den letzten
Zentimeter heraus zu holen.
Vielleicht müsste ich mir auch dafür nur die Blase richtig entleeren. Am besten mit einem Katheter.
Oder ich sollte mir vielleicht etwas in die Schwellkörper spritzen. Aber das ist ja so unromantisch,
und vor allen Dingen unerotisch.
Ich kann mich noch an die Anfangszeit erinnern, manchmal reichte es auch mehrere Stunden nichts
zu trinken. Aber ich glaube es liegt wohl eher alles in allem daran, dass wir zwei total
unterschiedliche Menschen sind. Es törnt sie eben ab, wenn ich wild werde.
Und irgendwie ist es so, als wenn man immer mit angezogener Handbremse fährt.
Ich weiß noch nicht einmal zu sagen, bei wem irgendein Versäumnis liegen könnte.
Ja ich glaube sogar, dass es kein Versäumnis gibt.
Vielleicht haben wir beide diese Zeit gebraucht.
In gewisser Weise bin ich heute in der Lage mit all meinen Sinnen wahrzunehmen.
Und ich bin fest davon überzeugt, dass sich niemand vorstellen kann, was das bedeuten kann.
Aber ich bin auch zu einem Tier geworden.
Ein absolutes Untier.
Ich möchte schreien, ich müsste schreien.
Ich hab sie gewarnt, alle.
Ich bin bissig.
Ich bin es vielleicht geworden.
Ich war es nicht immer.
Aufgedreht, wie ein wildes Tier.
Ich hab ihm einen Namen gegeben.
Es heißt Jesse Sue Free.
Meine Freiheit war mir immer am meisten wert. Denn Wildheit braucht Freiheit.
Freiheit, das bedeutet auch den anderen nicht zu vergewaltigen.
Doch wer sich das Yin- und Yangzeichen ansieht, wie sie hintereinander her sind, der Mann und die
Frau, wie es irgendwie immer doch ein Streben nach Vergewaltigung ist.
Nun gut, man kann das Gewaltige raus streichen.
Dann bleibt immer noch ein ver- wie verführen.
Das ist es was sie wollen, die anderen.
Und da ich ja nur durch meinen Kopf verführe, komme ich mir auch immer irgendwie wie ein
Vergewaltiger vor.
 

Und da ich in den letzten Jahren das Glück hatte zu lieben, zu leben und zu verführen, was sollte mir
da gefehlt haben?
Sie ist explodiert.
Sie ist eine dieser Frauen, die für 100 Prostituierte stehen.
Und jedes Mal, wenn sie über den Kraterrand in den Vulkan sprang, hat es auch in mir gespuckt.
Heute bin ich irgendwie völlig überdreht.
Ich bin süchtig, nach Ferromonen, und alles was sie sonst noch absondern können.
Die Brüste, der helle Wahnsinn. Meine Lieblingsstelle unmittelbar unterhalb der Achselhöhlen.
Hier ist die Haut am weichesten und der Ansatz zum Mega.
Und am Liebsten nehme ich den ersten Hügel im Laufschritt.
Und dann sind sie da, diese weichen Wesen. Sie haben einen eigenen Rhythmus.
Es mag der Grund sein, für ihr eigenes Denken.
Sie sind einfach anders.
Und so absolut begehrenswert, dass ich meinem Ödipuskomplex sagen muss, ich bin heute schwul,
schwul. Ich würde um sie kämpfen.
Wie ein Löwe würde ich um sie kämpfen.
Aber es würde mir ja eh nichts nutzen, denn sie selbst müsste zum Löwen in den Käfig steigen.
Ich habe mich schon oft wie das Raubtier in der Grube gefühlt.
Und ab und zu kommen sie vorbei, schauen hinein, reden mit dir, duften für dich, erzählen dir von
der Welt da draußen, faszinieren dich, begeistern dich.
Und dann fällt es plötzlich zusammen.
Der Blutdruck ist ins unermessliche gestiegen, und hat ihn leer gesaugt.
Der Kontrollverlust steht kurz bevor.
Ein Kuss, ein orales Erlebnis. Die zwei vereinten Ebenen trennen sich.
Man sollte vielleicht wissen, dass es bei jedem Mann zwei Ebenen gibt.
Die Eine ist zuständig für die Erektion und die Andere ist zuständig für eine eventuelle Ejakulation.
Da bis heute meine Zeugungsfähigkeit noch nicht überprüft worden ist, weiß ich auch nicht, was
überhaupt drin ist.
 
Irgendwie komme ich mir heute vor, nach all den Jahren, wie jemand, der aus einem Schlaf erwacht.
Mag es womöglich mit gestern zu tun haben.
Gestern ist es gestorben, verblutet, das Kind in mir, es ist den plötzlichen Kindstot gestorben.
Und erst derjenige, der den Genuss eines Kentucky Bird, Pfeifentabak zu schätzen weiß, wird im
Stande sein -----
Plötzlich ist es irgendwie wichtig, und irgendwie war es das ja schon immer.
Wie hat mein Freund Horst einmal in jungen Jahren zu mir gesagt: „Es ist keine Kunst, eine Frau in
einen Ferrari zu kriegen, sondern eher sie wieder heraus zu kriegen.“
Es tut weh und ich rauche jetzt meine Pfeife mit dem guten auch beruhigenden „Eifeltabak“, Lord
Ultra mit Bleizusatz.
Ein wenig fühle ich mich wie ein Auto.
Stell dir vor, du wirst gefragt: „Wie viel PS hat der Wagen?“
Die Antwort lautet: „Das weiß ich nicht, das wurde noch nie festgestellt.“
„Und wie schnell geht er?“
„Das weiß ich leider auch nicht, das wurde noch nie ausprobiert!“
Und das hier in Deutschland, das Land der Raser und Rennfahrer.
Und ich erinnere mich an früher, da gab es sie noch, die Heizer.
Auch ich war einer von ihnen, einer der Besten polizeilich überwachten Personen im Landkreis.
 

Bekannt wie ein bunter Hund und doch unbekannt.
27 wurden an der Unfallstelle von meinem Freund Tom gezählt.
Manch einer hat sich bestimmt die Hände gerieben.
Tiefflugübungen im Auto.
Nicht 99, nicht 100, immer 110%.
Über dem Abgrund, nicht auf dem Abgrund.
Es war nie der Tanz auf dem Vulkan, sondern die Fahrt im Vulkan.
Vollgastypen halt. Ein Frosch, ein gespucktes Amulett.
Der Tod, was ist das?
Und wenn wir fahren, fahren wir nicht um uns zu töten. Das Material, es muss heute halten.
Ich habe ihn gesucht, diesen so oft zitierten Geschwindigkeitsrausch, ich habe ihn nicht gefunden.
Was ich fand war das Sein.
Ich bin in einer anderen Dimension.
In den vielen Gesprächen mit den Psychologen, die ich alle in meinem Leben schon verschlissen habe,
habe ich den Michel in mir isoliert. Ich habe 12 Punkte festgelegt, um mich zu beschreiben:
 
1. Full Pull
2. Grenzbereich
3. intuitiv
4. primitiv
5. extrem
6. intensiv
7. explosiv
8. hochgradig komprimiert
9. neue Dimension
10. ewig – zeitlos
11. grenzenlos
12. Pull Full
Während ich mich bis jetzt noch nicht ganz verloren habe, erstrebt in mir der Mut, nach den
Früchten des Lebens zu streben.
Übrigens meine empfindlichste, intensivste Stelle sind die Ohren.
In gewisser Weise bin ich wie ein Ferengi.
Obwohl das äußerst relativ ist.
Das weiß ich seit dem Besuch der zwei Dominas auch ganz genau.
Damals habe ich heraus gefunden, dass ich dreidimensional sehen kann.
Das ist auch mit ein Grund dafür, warum ich am liebsten die Augen geschlossen habe.
Dennoch mag ich es hell, so ist das nun mal im Leben.
Der eine mag dies, der andere mag das, so ist das halt im Leben.
Der Mensch ist leider nicht naiv, der Mensch ist leider primitiv.
Ich weiß nicht wie ich es sagen soll, aber es gibt 2 markante Tage in meinem Leben.
Ich erinnere mich genau wie ich mich fühlte.
Es war, als wenn man heiratet.
Einer dieser Tage war Sylvester.
Und einer dieser Tage war der 1. April.
Es sind diese Tage, an denen ich in mir festgestellt habe, da ist jemand, der ab heute alles von dir
bekommen wird.
Alles was er haben will. Auch wenn es die Freiheit ist.
 

Es ist wie, als wenn man einen Stein ins Wasser wirft.
Es ist Realität.
Es ist unausweichlich.
Und man muss jeden Tag darum kämpfen, sich dabei nicht zu verlieren.
 
Es ist so etwas ähnliches wie das, was mein Glaube mir vermitteln wollte, absolut, wie der Finger, den
ich verloren habe, im Kampf mit der Geisterwelt.
Wie sagte mein Bruder Geddi einmal zu mir: „Ich würde an so einem Tag mit meiner Frau in den Wald
gehen. Nur sie und ich. Wer sonst noch. Wen sollte man sonst noch brauchen. Es ist fast wie beim
Sex.“
 
Ich merke wie das Unerfülltsein zu meinem Feind wird.
Ich muss jetzt versuchen, meine Selbstkontrolle zu bekommen.
Es muss mir wieder einmal gelingen, meinen Geist zu kanalisieren.
Es wäre einfacher, man hätte einen Schlüssel, wie für einen Ferrari.
Man bräuchte einfach nur auf die Schlüssel aufzupassen.
 
Was soll werden? Sie ist weg.
Und vorhin war schon der erste neue Bewerber am Telefon. Sie braucht auch nichts mehr für mich
zu tun. Ich werde ihr unbezahlten Urlaub geben, aber das werde ich ihr erst sagen, wenn ich sie das
nächste Mal sehe.
Wenn sie geht, wird sie wohl ein Stück mitnehmen. Hoffentlich eine positive Erinnerung, und keinen
bösen Traum. Es war ein Unfall.
Ein klein wenig war es wohl so wie mit den Fliegen und den Autos.
Es gibt Menschen, die wollen einfach keine Fliegen töten, und dennoch fahren sie Auto, und werden
zu Mördern.
Man muss sich das einmal vorstellen, ich habe mir das 10 Monate lang nur ausgeredet.
Es nicht wahr haben wollen, diese Spannung vom ersten Moment an, diese Blockade.
Und ich wäre noch nicht dort, wo ich heute bin, wenn nicht Tanja, meine neue Krankengymnastin, vor
10 Monaten in mein Leben getreten wäre.
Ich halte sie seit dieser Zeit für mein Zigeunermädchen. .
Es war eine dieser Tage, die sich in einem festbrennen.
Es war am zweiten Behandlungstag.
Ich lag in meinem Bett, sie stand hinter mir und behandelte mich am Nacken.
Ich öffnete die Augen und schaute in ihre.
Anfänglich braun, dann bernsteinfarbene Augen.
Und sie ging nicht weg.
Sie blieb stehen.
Sie hielt fest.
Einfach so, wir schauten uns in die Augen, durch und durch. Es ist schon so ähnlich wie ein Kubusspiel
gewesen. Sie erzählte mir, wie ihr Kubus aussieht, und ich schaute.
Ich kann seit dem ersten Tag durch sie hindurch schauen, aber wir schauen uns ja nicht mehr an,
oder doch?
Ich weiß wie ihr Pferd aussah und deshalb werde ich mich konzentrieren müssen.
Nur keinen Fehler machen. Ob sie es auch noch weiß?
Ich bin vielleicht verrückt, aber ich habe keine Lust mehr, ich möchte es nicht mehr.
Ich muss aufhören.
 
Ich werde versuchen meine Energie umzulenken, wie das all die anderen Menschen auch versuchen.
Ich habe meinem starken Tabak, er wird mir dabei wohl behilflich sein.
Aber andererseits weiß ich auch, das wohl letztlich wieder einmal mein Bauch etwas machen wird.
Was soll ich tun?
Was würde jeder andere tun?
Was ist mit dem Jedermann?
Was ist mit der Jederfrau?
Bin ich nicht wie irgendein ICE-Zug?
Selbst wenn ich stehen bleibe, könnte es passieren, dass ein anderer in mich hineinkracht.
 
Ich sollte versuchen meinen eigenen Kosmos zu erforschen, bevor ich das Universum durchforste.
Ich bin, und ich bin in allem.
Es kommt mir die Erinnerung an den vergangenen Samstag.
Ich habe mich abends in die warme Sommernacht fahren lassen mit meinem Bett.
Jetzt weiß ich auch, wieso ich mir immer einen Wintergarten gewünscht habe.
Die dunkle Sternennacht in einem Winter. Soeben erklingt das Lied, das Lied über Jesse.
Das kommt jetzt einfach so im Radio, ich habe aber auch die CD.
Es hätte in dieser Nacht gepasst, zu den Glühwürmchen, zur neuen Brandblase, zur klamm
werdenden Nachtluft. Irgendwann bin ich dann weg getaucht und mitten in der Nacht von meinem
Mondschein ins Zimmer zurück gefahren worden.
Es ist nicht leicht in den Bergen, aber leicht hat’s einen. Und für heute muss ich aufhören, bevor ich
verrückt werde. Hoffentlich geht’s Elfi noch gut, und hoffentlich kann sie mich ein klein wenig
verstehen. Aber ich bin mir sicher, dass sie das kann, sie ist auch einer dieser „Hunderterfrauen“,
die mich umgeben.
 
Danke
 
Hurra wir leben noch.
Und für Elfi scheint das doppelt zu zählen.
Seit gestern Abend geht es mir wieder besser.
Ich habe meine eigene kleine Party in mir veranstaltet.
Wie dicht die Ereignisse doch manchmal zusammen liegen können.
Gibt es etwas härteres als das Leben?
Wir haben das Leben wohl geschenkt bekommen, weil es so absolut intensiv sein kann.
Ich habe heute Schwierigkeiten mit meinem zugedröhnten Gehör.
Auf dem rechten Ohr kommt alles wie durch Watte an.
Es liegt wohl am musikalischen Vollgas von gestern Abend.
Positiv sollten sie ihren Tag beginnen.
Ich habe meinen Faden wieder gefunden, es geht mir wesentlich besser.
Wenn nicht die körperliche Ermüdung und Ermattung mir noch in den Knochen stecken würde, könnte
ich heute tanzen.
Elfi ist schwanger.
Und ich finde das einfach toll.
Wie klein sind doch dann die Probleme.
Wie groß ist doch wirklich diese Welt.
Es wird wohl irgendwann einen Neuanfang geben, wenn er nicht schon lange da ist.
Wir sind und wir sind jetzt.
 

Ich muss mich als nächstes unbedingt auf die neue Suche nach einer Mitarbeiterin konzentrieren.
Und ich werde am besten jetzt nach meiner inneren Ruhe suchen, nach dem inneren Ausgleich, nach
meinem Rhythmus.
Ich glaube ich habe für heute schon genug gesagt, bis morgen.
Elfi ich drücke dich.
Ich will sie wiederhaben...
Hilfe.....
Was soll werden? Jetzt, nach 3 Tagen merke ich meinen Bauch.
Er ist schon komisch, dieser Bauch. Er ist wohl verrückt geworden.
Es kommt mir so vor, als wenn er sich selbst erwürgen wollte.
Ich habe Hunger wie ein Bär, und dennoch finde ich nichts, was er aufnehmen könnte, dieser Bauch.
Er ist mein Motor.
Er ist meine Pumpe.
Er ist auch der Ort, wo meine Steine wohnen.
Er zieht sich zusammen, und will sich erwürgen.
Ich will sie wiederhaben.
Wie soll ich sie ersetzen?
Kann man einen Traum ersetzen?
Ich bin froh, dass ich keine 23 Jahre mehr bin.
So sehe ich wenigstens heute eine Chance diesen Scheiß hier zu überleben.
Mein Verstand weiß, dass man Traumfrauen nicht fangen kann.
Es ist fast wie beim ersten Mal, wenn man sie verloren hat, diese 1. Große Liebe.
 
Und hinterher weiß man dann, dass man sie verlieren musste.
Und wenn es nur darum ist, dass man fühlt.
Ein jeder von uns wird einmal im Leben dasselbe erleben.
Sie hat mich geweckt, und dann ist sie weggelaufen.
Jetzt liege ich hier aufgebohrt in allen Sinnen, und niemand stopft die Löcher.
Es ist ein wenig so, als wenn man sich einen Tropfen Japanisches-Heilpflanzen-Öl mitten auf der
Stirn verreibt.
Man weiß, dass nichts sich verändert hat, aber dennoch fühlt man ständig einen Luftzug, der einem
wie durchs Hirn bläst.
Eine Art Illusion.
Sind Träume nur Illusionen?
Sind Traumfrauen nur Halluzinationen?
Wo kommt dieser innere Zwang her?
Wieso suchen wir nach ihnen?
Liegt es an den Märchen und Sagen, dass wir eigentlich im Grunde unseres Herzens, alle auf der
Suche nach der Prinzessin sind?
Diesem Fabelwesen.
Gibt es sie vielleicht nur in der Geisterwelt, oder besser gesagt in der geistigen Welt?
Wie weit sich doch unsere Träume und unsere Realität voneinander entfernt haben.
Es liegt das ganze Wissen der Menschheit dazwischen und vieles mehr.
Und ich habe sie verloren.
Dabei brauche ich sie so sehr.
Meine ganze biologische Einheit vermisst sie doch stark.
Und schon wieder reißt es in diesem Bauch.
Es reißt sich zusammen, presst sich selbst in sich zusammen.
 

Ich komme mir vor, wie ein Baum, der langsam vertrocknet.
Es wird schwer sein, einen Ersatz zu finden.
Es wird fast unmöglich sein, oder es wird unmöglich sein.
Ich muss Maßnahmen in meinem Kopf ergreifen, damit ich nicht vergleiche.
Ich muss einen Neuanfang machen.
Und wenn ich jetzt ein Löwe wäre, ich würde brüllen, dass die ganze Eifel erbebt.
Chancenlos.
Vielleicht aus Wut.
Vielleicht aus Enttäuschung.
Und ich bin mir sicher, diesen Schrei würde jeder hören.
Und selbst die Tauben, von taub, könnten ihn fühlen.
Es kommt mir dauernd der Gedanke: „Kämpf um sie!“
Oh ich wäre ein guter Kämpfer. Aber gegen wen soll man da kämpfen?
Wer ist der Feind? Ist es vielleicht die Zeit?
Oder ist es der menschliche Geist? Oder sind es die Halluzinationen?
Gegen wen sollte ich kämpfen?
Hätte man einen realistischen Gegner, er wäre schon Tod.
Ich muss mich entspannen.
Ich darf mich nicht aufregen.
Ich muss mich auf meine Atmung konzentrieren, ruhig und gleichmäßig.
Ich zwinge sie meinem Bauch auf, diese ruhigen, gleichmäßigen Atemzüge.
Das geht jedoch nur dann, wenn ich daran denke.
Ich würde ihm auch etwas zum Essen aufzwingen, aber das wäre nur ein Gewürge.
Aaaaaaaaaaaah
Running down a dream,
working on Mystery,
drive faster,
down the hill.
 
Es erinnert mich stark an die Vergangenheit, jene Zeit in der ich mich damit auseinander setzte,
dass mich umgebende Material auf dem höchsten Punkt der Gefühle zu bewegen.
Vollgas, alle Lampen brennen, die Maschine glüht, die Zeit verrinnt in Bruchteilen von Sekunden,
Blinker links, voller Anspannung, voll dabei, kein Platz für Alkohol oder Drogen, kein Platz für ein
ablenkendes Gespräch, nur du und die Maschine und die unendliche Weite der Straße.
Und es funktioniert, Vollgas, es ist eine Philosophie.
Es sind diese Bruchteile von Sekunden, die du eben früher da bist.
Wo du früher gesehen wirst.
Wo sich der Andere nicht so traut.
Die Dynamik, sie muss einfach stimmen.
Heute ist diese Dynamik leider total zerstört, alle fahren wie die Affen.
Ich fühle mich leer und schwer.
 
Elfi wird uns wohl auch bald verlassen, nicht heute nicht morgen.
Und doch glaube ich, dass wir uns nie verlieren werden.
Es wird immer eine Brücke geben.
Ein Dasein.
Ich glaube wir haben uns.
 

Wir wissen umeinander und sind jederzeit in der Lage miteinander zu kommunizieren.
Es wird alles anders werden.
Das Leben ist halt ein kontinuierlich veränderndes Ding.
Es steht nie still, es verändert sich ständig.
Und dennoch versuchen alle an einer festen Linie festzuhalten.
Das ist doch eigentlich falsch.
Das Leben ist wie eine Welle und die Menschen sind wie eine Brandung, die sich gegen die Welle
stemmen. Wer ist der Stärkere?
In der Natur ist es einfach immer die Welle, der stete Tropfen.
Wir müssten so werden, dass die Welle uns nicht zerbricht, uns nicht beraubt.
Wir müssten weich sein, um sie aufzunehmen.
Wir müssten pulsieren um sie zurückzugeben.
Wir müssten uns anpassen, um sie nicht zu verlieren.
Wir müssten eins werden, eins mit der Welle.
 
Aus dem Aggregatzustand des Wassers heraus betrachtet, haben wir uns aus dem flüssigen
Element, dem Wasser, heraus entwickelt und sind an Land gekrochen.
Und bis heute scheint noch niemand bemerkt zu haben, dass wir in Wirklichkeit nur ins dünnere
Wasser umgezogen sind, denn in Wirklichkeit leben wir immer noch 20.000m unter dem
Meeresspiegel.
Und an sonnigen Tagen, wenn der Himmel leicht zuschlägt, wenn die Feuchtigkeit vor den
Sonnenschein drängt, dann kann man ihn sehen, den wunderschönen Regenbogenkreis, wie er sich um
die Silhouette der Sonne legt.
Die Regenbogen, die wir alle kennen, sind nur die halbe Wahrheit.
Man muss ihn einfach gesehen haben, diesen Regenbogenkreis, dort droben, so weit über uns.
Ein bisschen erinnert er mich an eine Einstiegsluke bei einem U-Boot.
Komische, verrückte Welt, du machst mich krank.
Ich suche nach Hilfe. Ich brauche Hilfe.
Und keiner kann sie mir bis jetzt geben. Oder doch?
Ich werde wieder erwachen, und ich werde wieder weiter suchen müssen.
Ich werde wieder nicht zur Ruhe kommen.
Warum nicht?
Vielleicht, weil ich in ein Loch geworfen bin, aus dem ich mich befreien muss und aus dem es nur
einen Weg gibt, sich frei wühlen wie eine Tunnelratte.
Und es fällt mir dieses Lied ein: „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern, sing nicht ihre Lieder...“
Ganz unten.
Ich bin ganz unten, eins dieser Kellerkinder, eingesperrt, mit der Sehnsucht nach Freiheit, ohne
Luft zum Schreien, ohne Zeit zum Leben, für immer gefangen, bis das der Tod mich scheidet.
Und vergessen, kann man es vergessen?
Gibt es keine Pille, die einem dabei hilft?
Es gibt doch für alles irgendwas.
Ich will sie vergessen, diese Vergangenheit.
Alles vergessen, und neu anfangen.
Neu anfangen?
Das geht doch überhaupt nicht.
In diesem Leben, und mit dieser Welt wird das nicht gehen.
Es bleibt nur eins zu tun, entweder dieses Leben zu verändern oder diese Welt zu verändern.
 
Was glaube ich wohl, was ich tun werde?
Und da ist er, der Gegner, ich habe ihn gefunden, es ist diese Welt da draußen, um mich herum.
Sie ist es, die sich in mir wieder spiegelt.
Und eigentlich bräuchte ich nur, wie alle anderen Menschen, meine Augen zu verschließen.
Aber das werde ich nicht tun.
Ich werde ihn lieber aufnehmen, den Kampf gegen diese Welt, und mein Vorteil wird sein, dass sie
mich noch nicht kennt.
Mich das Untier, dem Widerwärtigsten von den Widerwärtigen dem Härtesten.
Geschmiedet mit einem Eisen von unbekannter Herkunft.
Ich werde sie fertig machen, diese beschissene Welt.
Der Löwe aus der Löwengrube, mit der Natur eines Bullterriers.
Es wird lange dauern.Die ersten 1.000 male kann nichts passieren, nichts Wirkliches. Zu überreizt.
Ja man wird mich sogar festbinden müssen, festbinden, mit dem Wissen, dass er sich mit aller
Gewalt los reißen will, dass er sich dagegen stemmen wird, bis das die Knochen brechen.
Die ganze aufgestaute Energie wird zum Vorschein kommen. Die unterdrückten Aggressionen, die
Wut und der Zorn. Um dann irgendwann in einem Feuerwerk zu explodieren, wie eine Rakete.
Unvergleichlich, ohne Angabe von PS, weil sie unmöglich wäre.